
Diese Rezension verfasse ich nach einer leider allzu typischen Nacht für mich. Große Verletztheit und Ärger über einige Familienmitglieder sowie nächtliche Insulinpumpenalarme der Zwillinge ließen mich nicht zu der gewünschten Ruhe kommen und es bedurfte keinen Blick auf ein Wearable, um zu wissen, dass die Schlafdauer mal wieder – wie so häufig – viel zu kurz war. Von Kopfschmerzen und bleierner Müdigkeit geplagt, quälte ich mich zur frühen Stunde aus dem Bett, um das Frühstück, die Brotzeiten und alles weitere rechtzeitig vorbereiten zu können. Als ich mich auch im weiteren Tagesverlauf noch deutlich schlechter als befürchtet fühlte, wagte ich einen Blick auf die Messdaten des Ourarings, welche meine Laune meist noch mehr vermindern.

Nie wollte ich eigentlich solch ein Wearable tragen, einigte mich aber nun mit der Heilpraktikerin darauf, dieses für einige Zeit zu nutzen, in der Hoffnung, meinen dauerhaft so extrem erhöhten Cortisolspiegel wenigsten ein wenig nach untern zu regulieren. Und die Auswertung der Messdaten bestätigten meine Erschlagenheit. Nicht nur zeigten die Minutenzahlen des Tief- und REM-Schlafes eine viel zu niedrige Ziffer an, sondern es stellte sich auch heraus, dass sich mein nächtlicher Puls in der Nacht auf einem viel zu hohen Niveau befand. Man könnte noch viele Seiten mit der eigenen Schlafauswertung füllen, welche hier exemplarisch dafür stehen soll, dass eine intensive Beschäftigung mit dem eigenen Schlaf nicht zwangsläufig auch zu einem besseren Schlaf und mehr Erholung führen muss. Ziemlich sicher dagegen wird jedoch ein/e jede/r von dem im Piper-Verlag ganz aktuell erschienenen Buch „Think less, sleep more“ profitieren.

In diesem entlastet die britische Schlafexpertin und Psychologin deutlich die Leserschaft und erläutert, warum wir uns alle von dem Perfektionismus verabschieden und uns z.B. eher auf das Verstehen des zirkadianen Rhythmus sowie einer höheren Akzeptanz von nächtlichen Aufwachphasen konzentrieren sollten. All, das Wissen und ihre Erkenntnisse, welche sie höchst erfolgreich in über 10000 Behandlungen erworben und eingesetzt hat, stellt sie bestens strukturiert und gut verständlich allen Leserinnen und Lesern zur Verfügung. Dises erhellende Buch wird wohl allen Aha-Erlebnisse bieten. Und sollte man sich mal wieder in der Nacht über längere Wachphasen ärgern, wird man allemal besser daran tun, in einem oder mehreren der allesamt höchst interessanten Kapiteln zum Thema Schlaf zu schmökern und dann auch vielleicht schon bald die im Buch beschriebene „Viva la Schlaf-Revolution!“- bejubeln zu können.



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