
Vielen wird wohl auf den ersten Blick der Neologismus der Witchfluencer kaum ein Begriff sein. Hierbei handelt es sich um Hexerinnen und Hexen des 21. Jahrhunderts, welche mit ihren ganz speziellen Kunstfertigkeiten und Ritualen teilweise eine beeindruckende Followerzahl in den sozialen Medien erreichen. Bei dem ganz aktuell im Herder-Verlag erschienenem Buch „Witchfluencer – moderne Hexen zwischen Lifestyle und gefährlicher Esoterik“ von Fabian Maysenhölder ist bereits besonders interessant, welchen Beruf der Autor ausübt. So ist er evangelischer Theologe und war mehrere Jahre lang in Berlin als Journalist tätig, ehe er sich der Ausübung einer Stelle als Pfarrer widmete. Neben seinen journalistischen Tätigkeiten betreibt er zudem einen Podcast, in dem er sich gleichermaßen mit den unterschiedlichsten Sekten wie auch neureligiösen Bewegungen differenziert auseinandersetzt.

Und so ist dieses Buch ausgesprochen fundiert geschrieben. Im Anhang findet sich ein ausführliches Literatur- und Quellenverzeichnis, so dass man jedem Thema nach persönlichem Gusto noch einmal wesentlich tiefer nachgehen kann. Zu Beginn des Werkes erläutert Fabian Maysenhölder das Phänomen der so erfolgreichen magischen Influencer:innen, bevor er detailliert und sehr gut verständlich die unterschiedlichsten Seiten beleuchtet, wie den modernen Hexen und Hexern der Aufstieg „zur Social-Media-Ikone“ gelungen ist. Spezielle Zauberpraktiken werden ebenso umfassend erklärt und dargestellt wie die Grundsätze des modernen Hexentums oder aber auch Erklärungsansätze des so großen Erfolgs des gesamten Hexenkults.

Dabei stellt der evangelische Theologe unter anderem eindrucksvoll den Unterschied zwischen dem Glauben und der Magie dar. Die Risiken magischen Denkens dürfen anschließend ebenso wenig fehlen wie die möglichen Chancen des modernen Hexentums oder aber auch die Beleuchtung auf diesen Kult aus der christlichen Perspektive. Dieses Werk eröffnet der Leserschaft einen bestens recherchierten, umfassenden Einblick in das Phänomen der Witchfluencer, das ein großes Potential auch zur Reflexion und Diskussion im Freundes- und Bekanntenkreis besitzt.




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