Grenzwertig: Ein Fall für Inspektor Zedlnitzky von Andreas Pittler aus dem Kremayr&Scheriau-Verlag

Jeder Fluss stellte schon seit Jahrtausenden immer eine natürliche Grenze dar. Ob dies nun positiv oder negativ konnotiert ist, hängt selbstverständlich von den unterschiedlichsten Gegebenheiten ab. Nun ist ganz aktuell im Kremayr&Scheriau-Verlag der Kriminalroman „Grenzwertig: Ein Fall für Inspektor Zedlnitzky“ erschienen, in dem der Wiener Inspektor Zedlnitzky bei einem Mord an einer Prostituierten eines Edelbordells zu ermitteln hat, der augenscheinlich weder ein Motiv noch Zeugen aufweist. Es gibt einzig eine grausame Koinzidenz bezüglich der Gräueltaten zu beklagen, da zur gleichen Zeit im Waldviertel, genauer gesagt in Hardegg, ein Mordopfer in Form eines Mannes aufgefunden wird. Im Laufe der Geschichte lernt man nicht nur einiges über die kleinste Stadt Österreich mit dem Namen Hardegg, sondern man taucht ebenfalls tief in eine spannende Handlung ein, die im April des Jahres 1990 angesiedelt ist, einer Zeit, in welcher der Sozialismus in der CSSR gestürzt worden war.

Der Autor verwendet eine sehr interessante und ansprechende Erzählweise, indem er die Kapitel – analog zu den fast zeitgleich verübten Morden – jeweils bei den ungeraden Kapiteln in Wien, bei den geraden Kapiteln in Hardegg spielen lässt, bevor sich schließlich das große Finale im 15. Kapitel ereignet und die beiden Handlungsorte zusammengeführt werden. In einer Zeit, in welcher viele Leserinnen und Leser mehr ein kursorisches denn ein wortgetreues Lesen gewöhnt sind, erscheint die Idee des Wiener Autors, der bisher 70 (!) Bücher verfasst hat, phänomenal. So ist an diesem Krimi zudem sehr reizvoll, dass die Leserschaft in Form eines Rätsels, bei dem unter den ersten zehn richtigen Antworten auf eine bestimmte Rätselfrage nach einem gut versteckten inhaltlichen Fehler sogar handsignierte Exemplare aus der BRONSTEIN-Krimireihe verlost werden, höchst aktiv einbezogen wird.

Ebenso, wie man zuverlässig zwischen Wien und Hardegg hin- und herwechselt, wird man auch rasch mit den beiden ermittelnden Persönlichkeiten, dem Inspektor Zedlnitzky aus Wien und dem Revierinspektor Frühauf aus dem Waldviertel bekannt. Andreas Pittler gelingt es auch in diesem Krimi, höchst spannend, lebendig und mitreißend zu erzählen, so dass die Leserschaft gebannt Seite für Seite verschlingt. Dabei bezaubert der Krimi auch immer wieder durch die Verwendung besonderer Ausdrücke wie z.B. „genug largiert“ oder auch „Schule ist nicht immer leiwand.“ Allein durch die Verwendung dieser so speziellen Sprache ist man augenblicklich in das jeweilige österreichische Lokalkolorit versetzt. Alle Eltern von Teenagern werden sich zusätzlich an den äußerst treffenden und amüsanten Szenen, wie sie der Inspektor Zedlnitzky mit seinem 15-jährigen, pubertierenden Sohn durchleben muss, erfreuen.

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