
„Nicht mit uns!“, „nicht mit mir!“ wird sich wohl jede Frau in zahlreichen unterschiedlichsten Situationen gedacht haben. Nun ist ganz aktuell im Piper-Verlag von Heike Sprecht das über 300 Seiten umfassende Werk „Nicht mit uns!“ erschienen. Die promovierte Autorin ist studierte Historikerin und arbeitete mehrere Jahre lang als Verlagslektorin, bevor sie nun selbst Bücher verfasst hat, in welchen sie auf faszinierende Weise Geschichte aus längst vergangenen Zeiten mit aktuellen Phänomenen zu einem großen Ganzen zusammenwebt.

In diesem beeindruckenden Buch spannt sie einen großen Bogen von der mythologischen Figur der Kassandra über Göttinnen wie z.B. auch die in der Bibel vertretene Aschera – welche in starker Konkurrenz zu dem einen Gott steht -, Frauen im Urchristentum, Nonnen sowie den Frauen im aktuellen Iran. In dem ersten großen Kapitel werden ganz andere Seiten des frühen Christentums als üblich, gerade auch in Bezug auf die Sichtweise auf die Frauen und das „Standing“ dieser beleuchtet. Und so wird höchst eindrucksvoll belegt, warum man tatsächlich schon auf die Zeitspannen von vor zwei Jahrtausenden rekurrierend mit Fug und Recht behaupten kann: „Die Weisheit ist weiblich.“ Zugleich lässt sich sehr gut nachvollziehen, warum die „omnipräsente Marienverehrung“ für die real lebenden Frauen einen großen Bedeutungsverlust beinhaltet. Ebenso ist den Nonnen und Reformatorinnen ein eigenes Kapitel gewidmet.

Im Laufe des Buches erhält man einen umfassenden Einblick in das bewegte Leben und Schaffen zahlreicher bedeutender und unbekannterer Frauen, welche sich praktisch und auch auf wissenschaftlicher Ebene herausragend hervorgetan haben und sich dennoch eines deutlich geringeren Bekanntheitsgrades als Männer, die in ähnlichen Bereichen tätig waren, erfreuen. Außerdem arbeitet die Historikerin auch bezüglich der vollkommen faszinierenden Sicht auf die Mutterschaft in den letzten Jahrhunderten detaillierte Einblicke heraus. In diesem Werk erhält man nicht nur einen imposanten Geschichtsabriss mit Schwerpunkt auf der jeweiligen Stellung der Frauen in der Gesellschaft, sondern zudem wird den Frauen im Iran das gesamte letzte Kapitel gewidmet, welche ebenso wie die kurdischen Kämpferinnen als mahnendes Beispiel für grausame Unterdrückung weltweit in all ihren Facetten dargestellt werden. Die Aufforderung zu Beginn des Buches „Seid wachsam. Rüstet euch.“ wird umfassend am Ende des Werks von den 19 „wichtigsten Takeaways“ untermauert, so dass diese „nur“ noch weltweit in ihrer Stringenz umgesetzt werden müssten.



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