Der Fotograf der Kaiserin von Tom Sacher aus dem Gmeiner-Verlag

Kaiserin Sisi fasziniert die Menschen seit eh und je und obwohl diese schon vor verhältnismäßig langer Zeit gestorben ist, erscheinen immer wieder neue Biografien sowie belletristische Werke, die sich mit einem oder mehreren Aspekten in dem so schillernden Leben dieser ganz besonderen österreichischen, in Bayern gebürtigen, Persönlichkeit beschäftigen. Nun ist ganz aktuell im Gmeiner-Verlag von dem Autor Michael Seitz, welcher sich das passende Pseudonym in Form des österreichischen Autorennamens Tom Sacher zugelegt hat, der Roman „Der Fotograf der Kaiserin“, der am Hof von Kaiserin Sisi spielt, erschienen. Dabei ist das Besondere, dass der Autor in seinem Roman sowohl reale historische Persönlichkeiten wie den bayerischen Schriftsteller Ludwig Ganghofer oder auch Franziska Feifalik, die Friseurin der Kaiserin, als auch fiktive Gestalten wie z.B. einen böhmischen Baron sowie einen Physiker im Dienste des österreichischen Kaisers auftreten lässt.

Dank der Romanhandlung taucht man sehr rasch in das Wien und das Leben in der Habsburger Dynastie am Ende des 19. Jahrhunderts ein und liest eine spannende und neuartige Geschichte, wenn man sich vorstellt, dass inmitten des großflächigen Brandes im Ringtheater die Schauspielerin Charlotte „Lolo“ von Trotta gerettet wird. Bezahlt sie die Brandkatastrophe auch nicht mit ihrem Leben, so doch mit dem Verlust ihrer Karriere. Der Plot wird rasch zu einer Kriminalgeschichte, als kurz danach eine Tänzerin aus dem königlichen, hawaiianischen Gefolge im böhmischen Brünn stirbt. So beauftragt Kaiserin Sisi ihre Kammerdienerin und den Hoffotografen zu eruieren, ob es sich bei deren Tod tatsächlich „nur“ um einen tragischen Unglücksfall gehandelt hat, oder ob nicht vielmehr ein Verbrechen dahinter zu vermuten ist.

Der Roman überzeugt durch einen flüssigen Schreibstil, eine interessante facettenreiche Geschichte und dem Setting aus einem ganz anderen Blickwinkel heraus, als wie man es von den meisten Werken gewohnt ist, welche sich mit der Zeit von Kaiserin Sisi beschäftigen. Zudem gelingt einem unverzüglich bei der Lektüre eine Zeitreise in das Wien der 1880-Jahre, das noch komplett andere Lebensumstände hervorbrachte als heutzutage.  

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