Lavendelmord von Konrad K. L. Rippmann aus dem Gmeiner-Verlag

Das Titelbild des ganz aktuell im Gmeiner-Verlag erschienenen Provence-Krimis steht in Form eines so typischen sattlilafarbenen Lavendelfeldes, dessen ätherische Öle ja für absolute Entspannung sorgen, erst einmal im krassen Gegensatz zum Mordfall, um den sich Cleo St. Clair kümmern muss. Dabei hat der Autor den Tatort in einer für die Provence klassischen Location, nämlich in einer Parfümerie von Grasse, angesiedelt, in welcher die Chefparfümerin Matilde Ducasse ermordet aufgefunden wird. Obwohl der Mörder augenscheinlich schnell gefunden zu sein scheint, vertraut die Leiterin von Nizzas Mordkommission, welche erst seit kurzem von Le Havre an die Côte d’Azur gewechselt ist, ihrem Instinkt und betreibt intensive eigene Ermittlungen. Dabei besticht der Krimi nicht nur durch einen spannenden Plot, sondern auch durch das Entfalten von zahlreichen stimmungsvollen Bildern, so dass man förmlich den entspannenden Lavendelduft oder auch die verschiedenen Parfumkreationen mit z.B. „Honig, Vanille und Mandel“ riechen kann. Zudem hat mich selbstverständlich als vierfache Mutter, wovon die Jüngsten ebenfalls Zwillinge sind, die Familiensituation der Hauptkommissarin angesprochen, welche als alleinerziehende Mutter von zehnjährigen Zwillingen porträtiert wird.

Der Autor verfügt über eine mindest ebenso faszinierende Vita, wenn man liest, dass er sich zwischen völlig unterschiedlichen Polen hin und herbewegt. Aufgewachsen ist dieser in Marseille und Baden-Baden, seine beruflichen Schwerpunkte liegen sowohl im medizinische als auch im schriftstellerischen Bereich. Zudem interessiert er sich ausgesprochen für das Sammeln afrikanischer und zeitgenössischer Kunst. Genauso vielfältig wie sich seine verschiedensten Interessensgebiete darstellen, bietet dieser Krimi auch ein sehr vielschichtiges und spannendes Lesevergnügen, dem man auf den ersten Blick anmerkt, dass hier ein wahrer Meister seines Fachs am Werk war.

Dafür, dass man sich mitten in dem savoir vivre fühlt, sorgen auch immer wieder zur rechten Zeit eingestreute französische Ausdrücke und Sätze. Dabei finden sich auch alles andere als alltägliche französiche Worte, wie z.B. das herrliche Adjektiv „époustoufflant“ auf der Seite 278 für „atemberaubend“. Im Laufe der Lektüre bekommt man zudem interessante Einblicke in die sehr speziellen Arbeitsabläufe der bekannten provenzalischen Parfümerien. Der Krimi weist eine gelungene Mischung von einer spannenden Handlung und vielen sehr atmosphärisch beschriebenen Szenerien auf, welche einen mit allen Sinnen in die so besondere Gegend von Südfrankreich zuverlässig versetzen, sowie der Verflechtung mit einer kleinen Liebesgeschichte für alle, welche sich auch stets etwas Romantik, l’amour, wünschen.

Beitrag veröffentlicht

von

Schlagwörter:

Weitere Beiträge

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert