
Genau die Bilder und Farben, welche die meisten wohl als erstes assoziieren, wenn sie von der französischen – bei allen Urlaubern ausgesprochen beliebten – Region der Côte d’Azur hören, finden sich auch auf dem Cover dieses ganz aktuell im Gmeiner-Verlag erschienenen Krimis „Tödliches Erbe an der Côte d’Azur“. Ein kristallblaues, schimmerndes Meer – dessen intensive Farbe die Franzosen auch sehr treffend mit „Le Grand Bleu“ bezeichnen – umgibt eine Felsküste, auf der eine luxuriös strahlend weiße Villa zu sehen ist, und steht dabei im krassen Gegensatz zu einem grausamen Mord, den die Commandante de Police Danielle Tisserand aufklären soll. Das Opfer ist dermaßen brutal bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, dass sich die Ermittlungsarbeiten zusätzlich verkomplizieren. Kurz nach der Entdeckung des Leichenfundes wird die Polizistin plötzlich vor ihrem Zuhause überfallen.

Der Autorin Marie Doux, die mit bürgerlichem Namen Marianna Bachinger heißt und früher als Lehrerin arbeitete, ist auch mit ihrem zweiten Krimi ein großes Lesevergnügen gelungen. Spannend ist dabei zudem der Einfall, dass die Ermittlungsarbeiten das gesamte Team über die französischen Grenzen in das benachbarte Italien führen, wo tödliche Geheimnisse der Vergangenheit nach und nach aufgedeckt werden. Man taucht von der ersten Seite an in die so schönen Gebiete der Côte d’Azur und Monaco bis hin zu Turin und dessen Umgebung ein und hat dank der detaillierten und atmosphärischen Beschreibungen der Autorin immer ein ganz genaues Bild der Szenerie vor seinem geistigen Auge. Der Spannungsbogen bleibt über das gesamte Buch bestens erhalten. Die Leserschaft wird sowohl in ein typisches französisches Setting versetzt – auch durch das regelmäßige Einfließenlassen von französischen Worten und Wendungen – als auch immer wieder mit sehr amüsanten Stellen in der Erzählung beglückt.

Der Beziehung zwischen den einzelnen Ermittlern mit all ihren privaten Sorgen und Nöten sowie der detailreichen Charakterisierung der unterschiedlichen Protagonisten wird ebenso viel Raum gegeben wie auch der Darstellung einiger historischer und kultureller Besonderheiten der Gegenden, in denen sich die Handlung abspielt. Reizvoll ist zudem auch, dass sogar einer lateinischen Inschrift sowie dem ersten römischen Kaiser, Augustos, eine bedeutende Rolle zuteilwird.



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