
Setzt man seit langer Zeit gerade in den italienischen Trüffelgegenden bevorzugt die intelligenten Lagottohunde ein, welche über einen erstaunlich guten Geruchssinn verfügen und unabhängig, ob sie weißes oder braunes (schwarzes gibt es bei dieser Rasse nicht) Fell besitzen, sowohl weiße als auch schwarze Trüffel mühelos erschnuppern, spielen die weißen Trüffel in dem ganz aktuell im Gmeiner-Verlag erschienenen Krimi eine ganz besondere Rolle. Der Autorin Anna Merati, welche mit bürgerlichem Namen Dorothea Böhme heißt, ist nun bereits mit ihrem zweiten Krimi ein atmosphärisch dichtes und zugleich sehr spannendes Werk geglückt, dem man die große Verbundenheit mit Oberitalien deutlich anmerkt. Und ist Alba sowie das gesamte Piemont nicht nur die Gegend der Trüffel, sondern zudem wie ganz Italien eine Hochburg für alle Kaffeeliebhaberinnen und -liebhaber, ist es nur folgerichtig, dass man gleich auf der ersten Seite dieses Krimis von der jungen Sofia Dalmasso liest, welche nicht nur Kaffeehausbesitzerin in einem Bergdorf im Piemont ist, sondern zudem die großmütterliche Tradition des Kaffeesatzlesens übernommen hat.

Dank dieses Regionalkrimis erfährt man von vielen landestypischen Traditionen und Besonderheiten und lernt zudem auch spezielle kulinarische Köstlichkeiten des Piemont kennen, welche so detailliert und lebendig beschrieben werden, dass einem bereits an zahlreichen Stellen bei der Lektüre das Wasser im Mund zusammenläuft. Dem commissario Alessandro Ranieri bleibt allerdings, nachdem ihm zu Beginn des Krimis sogar langweilig zu sein schien, wenig Zeit, sich an den kulinarischen Genüssen zu ergötzen, wurde doch die 72-jährige Marktfrau Anna in ihrer Wohnung tot aufgefunden, welche noch wenige Tage zuvor Sofia etwas Dringendes mitteilen wollte.

In dem Buch kann man sich über eine kunstvolle Verwebung des aktuellen Handlungsgeschehens mit Rückblicken, welche in die kürzere oder auch längere Vergangenheit, z.B. auch bis zum Spätsommer 1959 zurückreichen, erfreuen, dank der man selbst immer mehr Spekulationen bezüglich zahlreicher Zusammenhänge anstellen kann. Dabei ist übrigens interessant, dass beim ersten Rückblich, als vom herzzerreißenden Tod der so begabten Trüffelsuchhündin Diva die Rede ist, man jedoch nicht erfährt, um welche Rasse es sich dabei handelt, dies aber übrigens im Fortlauf der Handlung auf der Seite 166 nachgeholt und zugleich ein weiteres Geheimnis gelüftet wird. wird. Sehr sympathisch und nicht immer ganz zielführend unterstützt Sofia ihren Freund commissario Alessandro Ranieri bei den Ermittlungen und kommt in Alba dunklen Geheimnissen auf die Spur.



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