Lebe nahe bei dir Tag um Tag – Rainer Maria Rilke und Clara Westhoff von Ronald Fricke aus dem Gmeiner-Verlag

„Sein Blick ist vom Vorübergehen der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält“  – so beginnt eines der berühmtesten Gedichte des großartigen Dichters Rainer Maria Rilke, mit dem ich das erste Mal als junge Studentin näher in Berührung kam, als mir ein sehr guter Freund, der mit mir Altphilologie und daneben auch Germanistik studierte, zu Weihnachten das Gedicht „Panther“ in schönster Handschrift auf einem roten Kartonpapier geschrieben als Geschenk überreichte. Seitdem hat gerade dieses Gedicht und Rainer Maria Rilke an sich einen ganz besonderen Stellenwert für mich in doppelter Weise.

Und so freue ich mich umso mehr, dass nun ganz aktuell im Gmeinerverlag das Werk „Lebe nahe bei dir Tag um Tag – Rainer Maria Rilke und Clara Westhoff“ von Ronald Fricke erschienen ist, in dem vom ersten Treffen des Dichters in der Künstlerkolonie Worpswede mit der ehrgeizigen Bildhauerin Clara Westhoff bis hin zu deren Ehe und dem Verlauf ihrer Beziehung ein großer Bogen gespannt wird.

Dem Autor Ronald Fricke gelingt es bestens, von diesen beiden beeindruckenden Künstlern vor einer so malerischen Kulisse wie dem Teufelsmoor höchst atmosphärisch zu erzählen und lässt die zwei außergewöhnlichen Personen, welche einem zuvor wahrscheinlich nur von der künstlerischen Seite bekannt waren, zu facettenreichen Persönlichkeiten werden, die neben ihrer künstlerischen Genialität extrem viele Schattenseiten und Probleme aufweisen. Man merkt, dass der Autor Ronald Fricke das Künstlerdorf Worpswede in und auswendig kennt, ist er doch nach einem Studium der Germanistik und Philosophie wieder nach Bremen zurückgekehrt und wohnt nun just in diesem so bekanntem Künstlerdorf in Niedersachsen. Dieses Werk zieht einen sofort in den Bann, da es die Künstler- und Liebesgeschichte von Rilke und Westhoff absolut grandios mit all ihren unterschiedlichen Facetten nachzeichnet.

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