
Bordeaux und die gesamte Atlantikküste reizen mich bereits seit Jahren ausgesprochen. Aufgrund der großen Entfernung habe ich es allerdings bis jetzt leider immer noch nicht persönlich dorthin geschafft. Nun ist ganz aktuell im Piper-Verlag „Gebrauchsanweisung für Bordeaux und die Atlantikküste“ vom Bestsellerautor Alexander Oetker erschienen. Dabei ist auf jeder einzelnen Seite die große Begeisterung des jüngsten Frankreichkorrespondenten der deutschen Fernsehgeschichte zu spüren, welcher wohl vielen auch aus seinen so beliebten Kimis rund um den Commissaire Luc Verlain bekannt sein wird. Dieses Buch ist weit mehr als ein Reiseführer, es ist eine allumfassende Liebeserklärung an ganz Aquitanien, das mit einer unglaublichen Vielfalt an geologischen (man findet dort auch mit der Dune du Pilat die höchste Wanderdüne Europas), geschichtlichen, kulturellen, linguistischen sowie kulinarischen Besonderheiten aufwartet.

Unabhängig, ob man Bordeaux und die Atlantikküste schon mehrmals bereist hat oder dies immer noch auf seiner Bucketliste stehen hat, wird dieses Buch gemäß dem Motto „Warten ist Vorfreude“ schon bei der ersten Lektüre bei allen Leserinnen und Lesern für große Freudenstürme sorgen. Der Journalist, dessen Arbeitsplatz jahrelang in Paris war, schafft es bereits in den ersten Kapiteln so atmosphärisch und detailliert zu schreiben, dass sich die Leserschaft sofort direkt im französischen „savoir vivre“ wieder befindet. Dieses Werk ist eine wahre Schatzgrube, in der sich zahlreiche Geheimtipps verstecken, wie man sie ansonsten wohl nur von den Bordelais persönlich bekommen würde. So lernt man z.B. sowohl eine Bäckerei in Bioqualität kennen, die vor einigen Jahren zur besten des ganzen Landes gewählt wurde als auch eine ganz besondere Oase der Ruhe inmitten des Stadtzentrums von Bordeaux oder aber auch, wo es die einzigartigsten Weine zu verkosten und eine imposante Felsenkirche zu bestaunen gibt. Das Buch strahlt eine traumhafte Lebendig- und Vielfältigkeit aus. Man erhält in diesem gleichermaßen ein sehr erprobtes und köstliches Entrecôte-Rezept inklusive der sogenannten „pommes allumettes“ wie auch höchst reizvolle Vorschläge für Spaziergänge durch Städte und Natur präsentiert. Zudem liest man von der Entstehungsgeschichte der weltberühmten Canelés und deren Rezept.

Das Werk ist gleichermaßen unterhaltsam, mitreißend und lehrreich geschrieben, so dass es nicht nur für alle Frankophilen zur absoluten Pflichtlektüre zählen sollte. Und möchte man das Buch verschenken, könnte man dies z.B. gleich in Kombination mit dem Überreichen eines selbstgebackenen „gâteau Basque“ machen, für den man bei Alexander Oetker meiner Meinung nach tatsächlich das allerbeste Rezept zum Nachbacken findet.




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