
Genauso fantasievoll wie sich bereits der Titel dieser ganz aktuell im Neptun-Verlag erschienenen Anthologie präsentiert, ist auch jede einzelne der darin enthaltenen Geschichten aufgebaut. Mit viel Wortwitz, überraschenden Wendungen und höchst abwechslungsreichen Erzählungen erfreut der gebürtige Berner Autor François Loeb die Leserschaft. Und so kann man auch bei diesem Buch sehr dankbar sein, dass er sich aus der Unternehmensleitung des bereits von seinem Urgroßvater gegründeten Traditionskaufhauses LOEB in Bern mit 62 Jahren herausgezogen hat, um sich voll und ganz der Schreibkunst widmen zu können. Murielle Rousseau hat in ihrem Vorwort auf der Seite 7 wunderbar zusammengefast: „Wer François Loeb liest, reist. Nicht nur von Haltestelle zu Haltestelle, sondern von Welt zu Welt.“ Und so kann man sich dank dieser traumhaften Neuerscheinung an immer wieder neuen bezaubernden Geschichten erfreuen, welche zwar ganz unterschiedliche Themen zum Inhalt haben, aber durch die Tatsache vereint sind, dass aus scheinbar banalen Alltagssituationen ganz besondere, geradezu magische Geschichten entstehen.

Diese Anthologie ist eine wahre Schatzgrube und ein Seelentröster, geschrieben von einem Autor, der sogar persönlich mit Friedrich Dürrenmatt befreundet war. Jede der 51 Geschichten ist in sich abgeschlossen und ist es absolut wert, auch mehrmals gelesen zu werden, entdeckt man doch bei jeder Lektüre stets neue kleine Details, einen ironischen Kommentar oder auch ein Abtauschen in poetische Welten. Dieses Büchlein lässt sich ebenso ideal auf alle Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln mitnehmen, bei denen man dank der anregenden Lektüre auch bei Verspätungen vollkommen gelassen bleiben kann als auch zu Hause, in der Natur oder wo auch man immer seinen Lieblingsleseplatz hat. Sehr stimmig sind zudem auch stets die Illustrationen von Annabelle von Sperber arrangiert, die genauso wie die Geschichten jeweils etwas ganz Besonderes in sich tragen.

Die Kurzgeschichten erstrecken sich über eine oder zwei Doppelseiten, so dass man sogar zwischen weniger Tramhaltestellen in eine ganz andere Welt ein- und abtauchen kann, bevor man sich vielleicht – durch die Lektüre bereits bestens eingestimmt – dem Ansehen einer Filmgeschichte im Kino hingibt.




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