Mord zwischen Pasta und Pedalen von Rosa Monti aus dem Gmeiner-Verlag

Stellt der Gardasee für viele einen absoluten Sehnsuchtsort dar, haben Sportlerinnen und Sportler diese Region ganz besonders in ihr Herz geschlossen. Und so ist der Gardasee gerade auch bei Freundinnen und Freunden des Radsports ganzjährig äußerst beliebt. Wenn man die auf dem Titel erwähnten „Pasta und Pedale“ noch um ein weiteres Wort mit „P“ wie „Profiradsport“, „Pensionärsermittlungen“ oder auch „Pinot Grigio“ ergänzen würde, hätte man bereits im Titel eine sehr treffende Alliteration für die im Buch präsentierte Handlung. Aber auch so bietet dieser ganz aktuell im Gmeiner-Verlag erschiene Regionalkrimi ein großes Lesevergnügen, ist doch bereits die Ausgangssituation sehr reizvoll, wenn man erfährt, dass ein pensionierter Kommissar, Heiner Krum, mit seiner kunstaffinen Frau Antonia, welche als Kunsterzieherin gearbeitet hat, eigentlich nur einige entspannte Tage am Gardasee verbringen wollte, dann aber gleich am ersten Tag ihres Urlaubs in einen tödlichen Unfall mit dem Auto und einem Profiradsportler verwickelt wird.

Anstelle des Müßiggangs tritt nun unverzüglich die Ermittlungsbegeisterung von Heiner Krum und er begibt sich zusammen mit dem ortsansässigen Commissario Bresaola auf eine spannende Spurensuche. Auf 345 Seiten findet man in 65 Kapitel unterteilt eine kurzweilig erzählte Geschichte, bei der viel italienisches Lebensgefühl versprüht wird und dank der man sich zudem auch mit Vergnügen an einige im Buch so detailliert beschriebenen Örtlichkeiten erinnern kann. Der Krimi zeichnet sich durch einen gut durchdachten Plot sowie einen mitreißenden Schreibstil aus, was wenig verwundert, wenn man weiß, dass die Autorin Uschi Kurz, deren Synonym Rosa Monti ist, nicht nur in ihrem Beruf als Journalistin häufig über Strafprozesse berichtet, sondern auch bereits einige (Kurz)Krimis erfolgreich verfasst hat. Der Autorin gelingt es hervorragend, einfühlsam, detailliert und sehr sympathisch die einzelnen Charaktere so darzustellen, dass die Leserschaft sofort ein äußerst lebendiges Bild von den Personen erhält.

Rosa Monti schreibt sehr humorvoll und lässt einen sofort in die italienische Szenerie eintauchen. Die Geschichte liest sich ausgesprochen leichtfüßig und als ich vernommen habe, dass der verunglückte Radsportler sogar mit einem Blutzuckersensor ausgestattet war, habe ich mich gleich sehr heimisch aufgrund unserer beiden Typ1-Diabetikersöhne gefühlt, auch wenn in dieser Story der Sensor zu ganz anderen Zwecken gesetzt worden ist. Auch wenn in diesem Fall das Insulin eher als Dopingmittel verwendet und unter anderem zur Trainingsüberwachung genutzt wird, wirkt alles auch höchst fundiert recherchiert. Sehr amüsant ist zudem zu lesen, wie der pensionierte deutsche Kommissar mit dem italienischen Commissario, welcher auch als sein jüngerer Bruder durchgehen könnte, unkonventionell und unbürokratisch zusammenarbeitet. Ein absoluter Wohlfühlkrimi, bei dem man jede Seite mit großem Vergnügen liest.

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