Martha – Katharina Schwarzinger auf Spurensuche von Anna Schwarz aus dem Kremayr&Scheriau-Verlag

Bei diesem ganz aktuell im Kremayr&Scheriau-Verlag erschienenem Krimi „Martha – Katharina Schwarzinger auf Spurensuche“ von Anna Schwarz ist es bereits sehr interessant, dass in diesem Fall keine Kriminalkommissare, sondern eine Polizeiärztin ermittelt. Katharina Schwarzinger ist eine höchst engagierte Frau, welche von der Autorin Anna Schwarz ausgesprochen facettenreich dargestellt wird. Und auch der Ermittlungsfall erweist sich als alles andere als ein klassischer Mordfall für die dreifache Mutter. Als bei dem toten, erwachsenen Sohn von Martha Schönberg schon nach kurzem immer mehr Ungereimtheiten aufgrund seines Ablebens auftreten, sieht sich die Polizeiärztin gezwungen, immer tiefer in die Familiengeschichte der Schönbergs einzutauchen und sich in diese einzuarbeiten.

Dabei wird rasch deutlich, dass Martha bei dem Tod ihres Sohnes eine entscheidende Rolle spielt. Um welche es sich dabei handelt, wird der Leserschaft äußerst packend auf 200 Seiten dargestellt. Die Autorin, welche unter dem Pseudonym Anna Schwarz nun diesen Debütroman verfasst hat, ist selbst mit einem Polizeiarzt verheiratet. So gelingt es ihr hervorragend, die einzeln Szenen authentisch und detailliert zu beschreiben. Zudem glückt ihr eine faszinierende Charakterisierung der ermittelnden Polizeiärztin in den unterschiedlichsten Facetten.

Und es werden sich wohl gerade viele Frauen in den beschriebenen Herausforderungen wiedererkennen, welche die Kombination von Familie und Beruf unbestritten mit sich bringt. Ein netter Gag ist zudem, dass sich die Kapitelüberschriften jeweils aus einem Gedanken generieren, welcher den einzelnen Protagonisten gerade durch den Kopf geht. So ist z.B. das vierte Kapitel mit „Endlich sind sie fertig!“ oder das 24. Kapitel mit „Wo habens denn die alle ausgelassen?“ überschrieben. Der Krimi bietet einen höchst interessanten Erzähl- und Perspektivwechsel. Unter anderem taucht die Leserschaft dabei sowohl tief in die Gedanken- und Gefühlswelt von Kathi Schwarzinger ein als auch in viele Rückschauen, welche aus der Sicht der damals noch jungen Physikstudentin Martha Schönberg geschildert werden. Der Autorin gelingt ein umfassendes Beleuchten der unterschiedlichsten Facetten im Leben der Protagonisten und man verfolgt von Seite zu Seite unter anderem gespannt, wie und warum sich das Mutter-Sohn-Verhältnis von Martha und Willi just auf diese Art entwickelt hat oder auch welche Persönlichkeitszüge Marthas Sohn am meisten ausgemacht haben. Bei der Lektüre stößt man immer wieder auf überraschende, unerwartete Wendungen, so dass das Lesen bis zu der letzten Seite spannend bleibt.

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