Metzina von Rebekka Salm aus dem Knapp-Verlag

Erschauderten wir erst vor wenigen Wochen während eines Aufenthalts in Dornoch – einer kleinen Gemeinde in den schottischen Highlands, in deren Dornoch Cathedral vor 26 Jahren übrigens der gemeinsame Soh von Madonna und Guy Ritchie getauft wurde – vor einem Stein am Rande der Kleinstadt, welcher an die letzte legale Hexenverbrennung in Schottland eben in diesem Ort erinnert, die im Juni 1727 stattgefunden hat, hat dieses ganz aktuell im Knapp-Verlag erschienene Werk „Metzina“ von Rebekka Salm ebenfalls eine ganz besondere Frau, allerdings bereits aus dem 14. Jahrhundert, zum Inhalt. So beschreibt die Autorin Rebekka Salm mit der Protagonistin Metzina Wächter eine ausgesprochen starke und beeindruckende Frau mit übernatürlichen Fähigkeiten. Sie kennt sich nicht nur hervorragend mit Kräutern aus und ist in der Geburtshilfe tätig, sondern wird auch von allen Leuten aufgesucht, die in unterschiedlichsten Lebenslagen oder auch nur bezüglich einer Wettervorhersage zuverlässigen Rat wünschen.

Auch wenn die Erzählung im 14. Jahrhundert angesiedelt ist, wartet sie mit zahlreichen, allgemein gültigen und völlig zeitlosen Fragen auf. So ist z.B. die Frage in Zeiten der künstlichen Intelligenz und der weit verbreiteten Fake News nach der Wahrhaftigkeit und wer über die Wahrheit entscheidet, aktueller denn je.

Und genauso ist das Phänomen über alle Gesellschaftsschichten und Kontinente hinweg allgemein gültig, durch welche Konstellationen sich plötzlich eine bestimmte Person zum Sündenbock entwickelt. Der erfolgreichen Autorin, die seit einigen Jahren in der Schweiz lebt und arbeitet, ist auch mit diesem Roman ein ausgesprochen lesenswertes Buch gelungen, das einen nicht nur in eine längst vergangene Zeit abtauchen, sondern auch eine völlig ungewohnte, sehr archaische Sprache hautnah erleben lässt.

Beitrag veröffentlicht

von

Schlagwörter:

Weitere Beiträge

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert