
Dieses Tauschangebot würden wohl bis auf diejenigen, welche mit der Seekrankheit zu kämpfen haben, alle sehr gerne annehmen. Der Autor Jens Brambusch ist 46 Jahre alt, als er nach einem Burnout seinen Job kündigt, seine Wohnung verkauft und sein bisheriges Leben in Deutschland mit einem so vollkommen anderen Dasein auf einem 30-jährigen Segelboot in der Türkei eintauscht. Dabei ist der Abenteurer nicht nur stationär an einem Ort in der Türkei wie es vielleicht bei einem Hausboot der Fall wäre, geblieben, sondern er begibt sich auf unzählige Segeltörns in die verschiedensten Länder und legt unzählige Seemeilen zurück.

Der von Kindesbeinen passionierte Segler und studierte Journalist berichtet in diesem Werk sehr eindrucksvoll sowohl von seinem völligen Zusammenbruch als auch von seinem so ganz anderen Leben, das er sich innerhalb von weniger als einem Jahr so weit weg von seiner Berliner Heimat in der Türkei aufgebaut hat. Zahlreiche Anekdoten und eine ausgesprochen temporeiche und vielschichtige Erzählweise lassen die Lektüre dieses Werkes zu einem großen Vergnügen werden. Man identifiziert sich unverzüglich mit dem Autor, leidet und freut sich an allen so unterschiedlichen Stellen seiner Erzählung mit, so als würde man diesen direkt begleiten. In der Mitte des Buchs illustrieren unterschiedlichste Aufnahmen sehr eindrücklich, wie man sich sein Leben an Bord so fern ab von der Heimat vorstellen kann.

Dabei beleuchtet er ungeschönt alle Vor- und Nachteile seiner so einzigartigen Lebensform und gewährt Einblicke, derer man sich ansonsten wohl kaum bewusst geworden wäre. Mittlerweile lebt er nicht mehr in der Türkei, sondern in der Karibik und das auch nicht mehr allein, sondern in tierischer und menschlicher Gesellschaft. Die Lektüre dieses Erfahrungsberichts ist auf alle Fälle ausgesprochen bereichernd und inspirierend sowohl für alle sehr Unternehmungslustigen als auch für diejenigen, welche es bevorzugen, nur im Kopf auf große Reisen zu gehen…




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