
Anders als dies z.B. beim Gardasee der Fall ist, können viele nicht aus dem Stand die geographische Lage des Lago Maggiore genau verorten, den einige in der Schweiz, andere in Italien ansiedeln. Tatsächlich erstreckt sich der zweitgrößte See Italiens auf beide Länder und ist im schweizerischen (prozentual deutlich kleineren) Teil im Tessin gelegen. Die Autorin Annemarie Regez, welche im Berner Oberland ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, wählte vor einigen Jahren Locarno als Schreibort im herrlichen Tessin. Und so erlebt man auch in diesem ganz aktuell im Gmeiner-Verlag erschienenen Krimi nicht nur eine spannende Kriminalgeschichte, sondern man kann sich auch immer wieder in eine bezaubernde Winterstimmung am Lago Maggiore versetzen lassen.

Dies ist bereits der vierte Band, in dem Commissaria Casanova ermittelt, und zwar mitten im Winter, wo man dank der detaillierten szenischen und landschaftlichen Beschreibungen die schneebedeckten Gipfel und die dekorativ weihnachtliche geschmückte Stadt von Locarno unverzüglich vor seinem geistigen Auge entstehen sieht. Dabei bietet leider der geplante Urlaub der Kommissarin Roberta Casanova mit ihrer Partnerin Julia und der Tochter Laura keine langfristige Erholung, wird doch ziemlich bald eine Leiche in einem abgelegenen Rustico gefunden. Die Handlung ist durchwegs spannend und vielschichtig geschrieben. Die Zerrissenheit zwischen Familie und Beruf, wie sie gerade so viele Frauen unter uns tagtäglich verspüren, wird darin ebenso eindrücklich thematisiert wie grundsätzliche Fragen, wem man kompromisslos vertrauen kann.

Da ein Großteil dieses sehr lesenswerten Krimis im Dezember spielt, könnte man dieses Buch auch hervorragend als eine unkonventionelle Adventskalenderalternative in diesem Jahr nutzen, bei der man bestens unterhalten wird und sich 24 Tage jeweils immer auf die Fortsetzung eines spanenden Plots freuen kann.




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