Schatten Eis von Anne Nørdby aus dem Gmeiner-Verlag

Schon das Titelbild des ganz aktuell im Gmeiner-Verlag erschienenen Thrillers „Schatteneis“ verspricht eine beklemmende und gleichzeitig faszinierende Atmosphäre. Ebenso beeindruckt die Dicke des Werks mit knapp 500 Seiten. Die Autorin Anne Nørdby hat schon zahlreiche Krimis/Thriller im Gmeiner-Verlag veröffentlicht und hat nun auch mit dem neuesten Buch für ein spannendes Leseabenteuer mit vielen Gänsehautmomenten gesorgt. Dass man sich dabei in dem Land befinden wird, dem zuletzt große mediale Aufmerksamkeit zuteilgeworden ist, erkennt man bereits zu Beginn an den beiden Glossaren Grönländisch und Dänisch. Auch wenn die Autorin, die unter einem Pseudonym schreibt, eigentlich aus Deutschland stammt, ist sie eine wahre Skandinavienexpertin, welche Dänemark als ihre Wahlheimat auserkoren hat.

So schafft sie es brillant, die Leserschaft von Beginn des ersten Kapitels an in eine ganz spezielle nordische Atmosphäre zu versetzen, indem man gleichermaßen von Orten wie Søvang, typisch nordischen Personennamen wie „Svend Aage Versterby“ oder auch von einem dänischen Inlandsnachrichten- und Sicherheitsdienst liest, welcher auf Dänisch mit „Politiets Efterretningstjeneste“ eine faszinierende Klangfolge aufweist. Die Tatortbeschreibungen sind schockierend und höchst detailliert verfasst, zudem lesen sich die Darstellungen der einzelnen Personenkonstellationen und -situationen sehr mitreißend. Die Spannung wird mit Hilfe von gezielten kleinen Andeutungen in regelmäßigen Abständen kontinuierlich hochgehalten. So sorgt die Lektüre dieses Buchs für eine wohlige Dauergrundanspannung, bei der man immer auf der Hut sein muss, den nächsten schockierenden Moment oder auch ein verstörendes Detail zu erfahren.

Als der 91-jährige ehemalige Lehrer und Sozialchef, Svend Aage Versterby, welcher in Nuuk einen hohen gesellschaftlichen Status hatte, und seit seinem Amt als Bildungsministerien wieder in Dänemark weilt, brutal ermordet in seinem Haus aufgefunden wird, beginnt die Super-Recognizerin, Marit Rauch Iversen, zusammen mit einem großen Team, mit den Ermittlungen in den unterschiedlichsten Richtungen. Dabei spielt auch das Fehlen eines sogenannten Anngiaq, der extrem wertvoll ist, in der häuslichen Kunstsammlung des Ermordeten eine entscheidende Rolle. Zudem bekommt die Leserschaft eine ausgewogene Mischung aus der sehr umfangreichen Charakterisierung der einzelnen Persönlichkeiten auch in Bezug auf ihre familiären Verhältnisse sowie das Aufzeigen immer wieder neuer Gruselmomente und schockierender Ereignisse geboten.

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