Hammerfrau von Mario Keszner aus dem Kremayr&Scheriau-Verlag

Bereits das Titelbild stellt eindrucksvoll die Themen dar, um die es in diesem ganz aktuell im Kremayr&Scheriau-Verlag erschienenen Roman „Hammerfrau“ geht. Denn dort sieht man eine schemenhaft abgebildete Frau, die Justitia, mit einer Augenbinde sowie der so typischen Justizwaage in der linken und einem Schwert in der rechten Hand. Auf knapp 200 Seiten entwickelt der gebürtige Wiener Autor Mario Keszner, welcher momentan in Linz lebt und arbeitet, einen faszinierenden Plot, welcher sich höchst angenehm von einem klassischen Krimi unterscheidet.

So wechseln sich in 15 Kapiteln jeweils aus der Ich-Perspektive geschriebene Berichte von Julia K. und Thomas M. ab, welche sich davor nicht kannten, bis sie sich an einem Abend zufällig treffen, welcher das Schicksal der beiden nachhaltig verändern sollte. Der Roman entwickelt schnell eine Sogwirkung, so dass man immer wieder weiterlesen und erfahren möchte, wie es zu dem tragischen Zusammentreffen und seinen Folgen kommen konnte.

Besonders reizvoll ist dabei auch, dass die Protagonisten nicht wie in vielen anderen Romanen von einem Erzähler charakterisiert werden, sondern aufgrund der Ich-Perspektive sich vollkommen selbständig reflektieren und erklären. Außerdem werden immer wieder kurze Zeitungsausschnitte rund um das große Thema der verschiedenen Gewaltformen präsentiert, welche sich äußerst stimmig in die jeweiligen Berichte der beiden Protagonisten einfügen.

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