
Kratzbürstigen Pubertierenden uneingeschränkt Liebe zu geben, fällt mit Sicherheit nicht in allen Situationen leicht, aber der Zusatzbutton auf dem Titelbild mit „Kinder brauchen Liebe und kein WLAN“ enthält viel Wahres. Dabei will das ganz aktuell im Molden-Verlag erschienene Werk „Handyfrei“ von Petra Trautwein keinesfalls die digitalen Geräte verteufeln, sondern plädiert viel mehr für „einen gesunden Umgang mit Handy &Medien“. Die Autorin ist nicht nur eine renommierte Expertin und vielbeschäftigte Vortragsrednerin, sondern auch Gründerin der Smarts Kids Academy, sowie Familiencoachin. Die dreifache Mutter vermittelt auf über 250 Seiten dieses ganz aktuell im Molden-Verlag erschienen Werkes gleichermaßen viel theoretisches Wissen als auch ganz praktische Lebenshilfe, wie es gelingt, die Bildschirmzeit der Kinder deutlich zu verringern und diese wieder ins echte Leben zurückzuholen. Dabei wird der so großen Bedeutung der Freundschaft mit der Überschrift „Selbstbewusste Kinder haben Freunde, keine Handys“ ein ganzes Kapitel gewidmet und es wird sehr stark eine liebevolle Grenzsetzung befürwortet.

Da die Autorin in den letzten Jahren als die größte Blockade für den schulischen Erfolg sowie ein erfülltes Familienleben die digitale Welt dingfest gemacht hat, präsentiert sie einen ausgesprochen nützlichen und nachvollziehbaren Leitfaden, welcher für eine Minimierung des Handykonsums und gleichzeitig auch für eine wesentlich größere Konzentrationsfähigkeit sorgt. Sehr nützlich ist es auch, gerade wenn man noch einmal schnell etwas zu einem bestimmten Kapitel nachlesen möchte, dass man stets eine Zusammenfassung unter „Wichtigste Erkenntnisse aus diesem Kapitel“ findet.

Am Ende des Buches wird ein ermutigendes Schlussfazit an alle Eltern mit ihren Kindern gerichtet und man wird wohl nach der Lektüre dieses Buches mit deutlich mehr Rüstzeug an der Hand, im Leben der eigenen Kinder die Dopaminausschüttung und Dauerstimulation durch digitale Parallelwelten reduzieren und gleichzeitig anhand der „Fünf psychologischen Zauberkräfte“ eine wesentlich entspanntere Eltern-Kind-Beziehung kreieren können. Dank dieses Buches, das wesentlich mehr als einen simplen Ratgeber darstellt, werden sich wohl alle deutlich mehr um eine Erhöhung der Offline-Zeit bemühen, wenn man z.B. auf der Seite 233 zusammengefasst liest: „Offline-Zeit heilt. Nicht, weil sie perfekt gestaltet ist, sondern weil sie echt ist. Und weil sie genau das in unseren Kindern berührt, was im hektischen Alltag oft untergeht: das Gefühl, liebenswert und in Ordnung zu sein – einfach so.“



Schreibe einen Kommentar