
Ich erinnere mich noch ausgesprochen gut an den Kinofilm „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“, in dem unter anderem Andie Mac Dowell vor über 30 Jahren beeindruckend in der Rolle der Protagonistin zu sehen war. Nun ist im Gmeiner-Verlag ganz aktuell dieser Cosy-Krimi erschienen. Der Hund (warum ist es eigentlich nur einer?) auf dem Titelbild verspricht bereits eine bunte Mischung aus Skurrilität, bester Unterhaltung und einen spannenden Kriminalfall. Alle Hundeliebhaberinnen und -Liebhaber werden an diesem Krimi ebenso großen Gefallen finden wie diejenigen, welche Bad Kissingen in ihr Herz geschlossen haben, wo dieser Krimi spielt. Der Autorin Elizabeth Horn ist es auch in diesem zweiten Band hervorragend gelungen, eine spannende Geschichte mit viel Witz und Humor zu erzählen. Genauso wie im ersten Band ermittelt ein ganz besonderes Team. So stellt es ein großes Lesevergnügen dar, Wilhelmine Groß, welche von allen nur mit „Willi“ bezeichnet wird, bei ihren Ermittlungen zu begleiten, leidet doch nicht nur die ganze Stadt von Bad Kissingen ebenso im Allgemeinen unter den Hundstagen, sondern auch einige mehr oder weniger vermögende Frauchen im Besonderen, deren Hunde in einer merkwürdig gehäuften Frequenz spurlos verschwinden und erst gegen einen beträchtlichen Finderlohn wieder zu ihren Besitzerinnen zurückkehren.

So oft man bei den beschriebenen Situationen schmunzeln muss, wenn z.B. Bruno Bayer Mühe hat, sich eine Vielzahl alleinstehender Damen vom Leib zu halten oder sich Willi für Ermittlungszwecke extra einen Lockhund in Form einer riesigen Promenadenmischung ausleiht, bekommt die Handlung noch einmal einen Extradreh, als eine reiche Frau, der ebenfalls ein Schoßhündchen gehörte, in ihrem Hotelzimmer tot aufgefunden wird. Das Buch lebt davon, dass es mit vielen Konventionen bricht und auch die Ermittler alles andere als den klassischen Polizeibeamten entsprechen. So sind Willi und Co, die in einer Seniorenresidenz wohnen. schon einige Jahrzehnte älter als die regulären Kommissare und ermitteln gemeinsam mit ihren jungen Gefährten auf viele ungewöhnliche Arten, leben sie doch quasi ihre Berufung aus und müssen nicht einem bestimmten Beruf zwangsweise nachgehen.

Und auch eine kleine Liebesromanze wird der geneigten Leserschaft in diesem Werk, das allen Erwartungen an einen Cosy-Krimi voll und ganz entspricht, geboten. Die Autorin beschreibt zudem Bad Kissingen so detailliert und liebe- und stimmungsvoll, dass man am liebsten sofort dorthin fahren würde. Insgesamt ist dieses Buch ein sehr sympathisches und unterhaltsames Werk, in dem Jung und Alt in Form einer ungewöhnlichen Detektivtruppe gleich zwei Fälle auf einmal zu lösen versuchen.




Schreibe einen Kommentar