Von Hygge bis Ikigai – Reisen zum guten Leben aus dem Kunth-Verlag

Es ist alles eine Frage des Nominalismus und letztendlich völlig egal, wie man es nennt. Das Wichtigste ist, dass man es tief in der Seele verspürt und regelmäßig „praktizieren“ kann. Die Rede ist von einem so wertvollen, unbezahlbaren Gefühl, das im dänischen Sprachraum mit allem rund um das Wortfeld von „hygge“ bezeichnet wird, in japanischen Gefilden dominiert für denselben Zustand das Wort „ikigai“, das frei übersetzt so viel heißt, wie „das, wofür es sich zu leben lohnt.“ Und in dem prächtigen, ganz aktuell erschienenen Bildband „von Hygge bis Ikigai – Reisen zum guten Leben“ aus dem Kunth-Verlag entdeckt man bereits auf den ersten Blick sehr lohnenswerte Orte und Einrichtungen, für die es sich zu leben lohnt. Auf über 300 Seiten bekommt die Leserschaft höchst stimmungsvolle Aufnahmen präsentiert, welche alle dieses ganz besonders wohlige „Ankommgefühl“ transportieren.

Außerdem wird man mit zahlreichen Zitaten aus den unterschiedlichsten Ländern, welche alle auch zum Reflektieren und Meditieren einladen, versorgt. Dieses Buch eignet sich gleichermaßen als wertvoller Reiseführer, welcher zahlreiche Empfehlungen für das jeweilige Land ausspricht und man z.B. unter dem dänischen „hygge“ erfährt, dass es auch im dänischen Aarhus ein ausgesprochen besuchenswertes Latinerkvarteret (mit dem Quartier Latin von Paris zu vergleichen) gibt oder auch wo es in Ecuador ein regelrechtes MIteinanderleben auf Augenhöhe von Alpakas und Menschen gibt.

Unabhängig davon, ob z.B. das walisische Wort für „Umarmung, Kuscheln“ oder auch das schwedische Wort für „Kuckuck und Morgendämmerung“ näher beleuchtet werden, findet man jeweils am Ende des Eintrags, welcher stets auch einen kreativen und leicht umsetzbaren „Ritualtipp vor Ort “ sowie bemerkenswerte Unternehmungsvorschläge in den Ländern selbst beinhaltet, auch zuverlässig am Ende Umsetzungsvorschläge, wie man die jeweiligen Landestraditionen ganz leicht auch bei sich zu Hause umsetzen kann. So findet man z.B. unter „Meraki zu Hause leben“ Vorschläge, sich der Reparatur von Dingen statt dem Wegwerfen zu widmen oder aber auch bei der Lektüre von Biografien das Augenmerk auf die jeweilige Berufung der erzählenden Sportler, Unternehmer, etc. zu lenken. Dieses Buch ist eine gelungene Kombination aus einem Reisen in ferne Länder und deren Traditionen, welche man direkt vor Ort erleben kann, und einer Fülle von Möglichkeiten, wie man sein eigenes Zuhause, ohne auch nur eine einzige Reise zu machen, in einen Ort umwandeln kann, welcher das Lebensgefühl des jeweiligen vorgestellten Landes gänzlich versprüht.

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