
Im Leben eines jeden wird es wohl die eine oder andere prägende Schlüsselfigur geben oder gegeben haben, deren Funktion bei weitem nicht nur Eltern oder Großeltern einnehmen können, sondern ebenso alle anderen aus dem Bekannten- oder auch Freundeskreis. Im Regelfall finden die einschneidendsten Begegnungen meist in der Kindheit oder Jugend statt. So ist dies auch in dem ganz aktuell im Novum-Verlag erschienenem Roman „Mo“ von James A. Blessing, in dem man Matz kennenlernt, der seit dem ersten Schultag in der Grundschule ein enger Freund von Mo wird, der Fall. Auch wenn sich die beiden im Laufe des Lebens schulisch und ausbildungsmäßig bereits ab der weiterführenden Schule in ganz verschiedene Richtungen bewegen, bleiben sie sich auch als junge Männer emotional stets eng verbunden.

Obwohl die beiden charakterlich und bildungsmäßig vollkommen unterschiedlich sind und schließlich auch aufgrund der Arbeit bzw. des Studiums in verschiedenen Städten wohnen, halten sie sich ununterbrochen die Treue. Der Autor James A. Blessing verwebt in diesem Werk geschickt Retrospektiven mit Erzählungen aus der ganz aktuellen Zeit, so dass man auch immer tiefer in die unterschiedlichen Charaktere der beiden jungen Männer eintauchen kann.

Die Unbeschwertheit, welche üblicherweise ein Privileg der jungen, noch ungebundenen Erwachsenen darstellt, verschwindet dramatisch von einer Sekunde zu der anderen, als bei dem einen der beiden Männer eine lebensbedrohliche Erkrankung diagnostiziert wird. Genauso wie viele Textpassagen erschütternd zu lesen sind, wirken zahlreiche andere auch ausgesprochen tröstlich und zeigen eindrucksvoll, wie positiv sich auf alles ein stabiles Netzwerk aus guten Freunden auf alle Beteiligten auswirken kann. Dabei kommt die Schilderung von unterschiedlichen Liebesbeziehungen ebenso wenig zu kurz wie Reflektionen darüber, was im Leben wirklich zählt.




Schreibe einen Kommentar