Die Kunst, im Hier und Jetzt zu leben: Wie Körper, Bewegung und Stille dich zu dir selbst führen von Hiekyoung Blanz aus dem Mankau-Verlag

Vielen wird wohl die traditionelle Zen-Geschichte bekannt sein, wann immer man auf das große Thema der Achtsamkeit kommt. Auf die Frage seiner Schüler, warum der Zen-Meister trotz all seiner zahlreichen Aufgaben stets so ruhig, gelassen und glücklich wirkt, antwortet dieser: „Wenn ich stehe, dann stehe ich. Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich esse, dann esse ich.“, etc. Als die Schüler daraufhin erwidern, dass sie doch genau dasselbe täten, antwortete er ihnen sehr eindeutig: „Nein, eben das tut ihr nicht. Wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon. Wenn ihr steht, dann lauft ihr schon. Wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel.“

Und genau diesen Unterschied zwischen dem achtsamen Handeln und dem stets antizipierenden Agieren hat sich die Autorin aus eigener, leidvoller Erfahrung vor einigen Jahren umfassend erarbeitet und teilt nun ihr großes Wissen und sehr hilfreiche, leicht umzusetzende Strategien mit der gesamten Leserschaft. Dabei weist die Autorin eine interessante Biografie auf, ist sie doch in Seoul geboren und in Berlin aufgewachsen. Nach einer absolvierten Ausbildung zur Bankkauffrau sowie einem Studium der Betriebswirtschaft und des zeitgenössischen Tanzes arbeitete sie 20 Jahre lang als Improvisationstänzerin und Choreografin. Nun hat sie sich einen bedeutenden Namen weltweit gemacht auf dem Feld der gelebten Präsenz und Selbstentwicklung. Die Autorin bietet gerade auch für alle Menschen, welche vor lauter Termindruck und den ständigen, übermächtigen Herausforderungen in dem Beruf und der Familie den Bezug zu sich selbst und ihrem Körper verloren haben, sehr niederschwellige Übungen an, dank derer diese ohne einen großen Zeitaufwand sehr spürbar und heilsam wieder eine psychische und physische Verbindung zu sich selbst aufnehmen können.

Am Ende des Buches findet man eine Klappseite mit „Zehn „Memos“, die dich zurück ins Hier und Jetzt führen“ und aufgrund derer man es stets deutlich leichter und zielführender schafft, sich von dem ständigen Grübeln und der sich wiederholenden To Do’s in Dauerschleife zu lösen und sich ausschließlich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Das Buch ist in drei Teile strukturiert, die aufeinander aufbauen: „Erkennen, Erleben und Verkörpern.“ Dennoch muss man dieses Buch nicht zwingend von vorne bis hinten in einem Schwung durchlesen, sondern kann auch erst einmal zu dem Kapitel gehen, das einen am stärksten anspricht. Das Werk gibt insgesamt das sehr tröstliche Versprechen ab, dass man für die „Die Kunst, im Hier und Jetzt zu leben“ keine umfassenden Lebensveränderungen benötigt, sondern es reicht, sich konsequent auf den Moment zu kornzentrieren und in der einen jeweiligen „Tätigkeit“ zu verweilen.

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