
Bereits der Titel lässt einen trotz aller antizipierten Qualen, welche man vom Cover aus erahnen kann, optimistisch auf den gesamten Geschichtsverlauf blicken. Der Autor Lothar von Seltmann, welcher unter anderem in der Lehrerausbildung und als Schulleiter tätig war, verfasste schon mehrere Romanbiographien und Reimgeschichten. Nun ist ganz aktuell im Benno-Verlag eine Neuauflage des Romans „Clara und Franz – aber die Liebe siegt“ erschienen, welcher von Clara und Franz erzählt, die bereits eine Sandkastenliebe innig verbunden hat, bevor sie sich im Laufe des weiteren Lebens zunächst aus den Augen verloren hatten. Nachdem Franz verletzt aus dem zweiten Weltkrieg zurückkehrt, heiraten die beiden trotz des Widerstands seiner Eltern nach relativ kurzer Zeit.

Allerdings gereicht Clara die Ehe trotz der so leidenschaftlichen Gefühle in keiner Weise zum Glück, machen ihr doch die Schwiegereltern das Leben auf dem Hof absolut zur Hölle. Ein furchtbarer Schicksalsschlag lässt schließlich den letzten Funken von Claras Lebensfreude versiegen. Es ereignet sich übrigens just eine Tragödie bei der Person, welche denselben Vornamen trägt wie ich. Das Werk liest sich sehr spannend und ergreifend und man taucht immer mehr in das Landleben der 1950-er Jahre ein, das sich doch in so vielem von den aktuellen Lebensbedingungen der meisten von uns signifikant unterscheidet. Das aktuelle Nachwort des Autors ist hierbei ein großer Gewinn, da es ihm als Zeitzeugen bestens gelingt, zahlreiche der christlichen Volkstraditionen lebendig darzustellen. Man fiebert bei dieser Lebensgeschichte voller Tragik und Hoffnung von Seite zu Seite mehr mit und ist äußerst gespannt und hoffnungsfroh, ob es wohl Franz trotz allen Schicksalsschlägen gelingen wird, mit Clara nach diversen Katastrophen und emotionalen Belastungen ein neues, deutlich unbeschwerteres Leben beginnen zu können.

Dem Autor gelingt es hervorragend, mit den treffenden Worten auch immer wieder durch die Präsentation eines „stream of consciousness“ die Leserschaft direkt in die Lebens- und Gefühlswelt der Protagonisten mitzunehmen. Zudem ist es faszinierend zu lesen, in welche positive Richtung die Beschäftigung mit dem Christentum das Paar schließlich geführt hat. Und so erfährt man auch sehr eindrücklich am Ende des Romans, worum es sich bei dem sogenannten „vierten Nagel“ handelt.




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