
Augenscheinlich haben ein Luftschiff und ein Fisch wohl herzlich wenig Gemeinsamkeiten miteinander. Und so scheint es auch der Protagonistin Suzanna und den übrigen Familienmitgliedern zu gehen, welche sich zunächst in einer großen Rat- und Orientierungslosigkeit befinden, als ihre Mutter völlig unerwartet verschwindet und auf der Suche nach ihren Erinnerungen zu sein scheint. Der Berlinerin Autorin Hannah Mann ist mit ihrem Debütroman „Zeppelin und Karpfen“ ein sehr berührendes Werk geglückt. Alle, welche vielleicht auch angeregt durch den aktuellen Film „Vaterland“ bei ihrem Nachnamen an einen der berühmtesten Schriftsteller aus der Mann-Familie, Thomas Mann, denken, können interessiert aufhorchen, wenn sie erfahren, dass Hannah Mann sogar tatsächlich die Urenkelin von Heimrich Mann ist.

Man wird unverzüglich von Beginn des Werkes mit der Familienkonstellation und den drei Generationen vetraut gemacht. So ist Nina aus Polen und Russland emigriert und nun Mutter von Suzanna sowie Großmutter von Daria. So verschiedenen auch alle drei Frauen unterschiedlichen Alters und mit einer völlig verschiedenen Lebenseinstellung sind, so verbindet sie unter anderem ein Zeppelin, der sie nicht nur durch das West-Berlin der 80-er Jahre, sondern gleichzeitig durch ihre eigene vielschichtige Familiengeschichte trägt.

Man wird sich wohl auch deshalb mit allen beschriebenen Familienmitgliedern so einfach identifizieren können, da es der Autorin hervorragend gelingt, sowohl von familiären Begebenheiten zu erzählen, welche wohl allen vertraut sind, als auch über Geschehnisse zu berichten, auf deren weiteren Fortgang man ausgesprochen wissbegierig wartet. Zudem wird die Leserschaft durch einige Sentenzen bereichert, die einen zum Philosophieren anregen wie z.B. die Definition von Freiheit, wie sie auf der Seite 77 zu finden ist: „Freiheit ist, die Vergangenheit ziehen zu lassen.“




Schreibe einen Kommentar