
Es werden wohl die meisten von uns schon mehr oder weniger stärker diffuse Ängste bezüglich der fast allmächtig erscheinenden Techkonzerne entwickelt haben. Nun ist ganz aktuell im Blumenbar-Verlag das sehr interessante Buch „Enshittification – wie Tech-Konzerne uns ausbeuten und was wir dagegen tun können“ von Cory Doctorow erschienen, das höchst eindrucksvoll sowohl sehr detailliert darstellt, wie Plattformen im Internet immer dominanter werden als auch warum genau diese Seiten, nachdem sie nun immer mehr genutzt worden sind, systematisch im Laufe der Zeit schlechter werden, bei den Nutzerinnen und Nutzern eine Abhängigkeit entstehen lassen und längerfristig nicht nicht einmal für die Unternehmen eine lukrative Quelle, sondern einzig nur mehr für die Investoren eine Geldquelle auf Kosten aller anderen darstellen.

Dabei kann der Neologismus „Enshittification“ ganz allgemein den Zustand bezeichnen, dass etwas in irgendeinem Bereich immer schlechter wird. Dieses Buch ist ein absoluter Augenöffner, der gleichermaßen über die schockierenden Mechanismen in der Techindustrie höchst detailliert und schonungslos berichtet als auch einen Trost und quasi einen Kurplan als Weg aus der erschreckenden, selbstzerstörerischen Abhängigkeit von Internetplattformen weist. Der erfahrene Autor und Journalist Cory Doctorow beschäftigt sich seit langem in der Belletristik wie in diversen Sachbüchern mit der Macht der Plattformen sowie der digitalen Freiheit jedes einzelnen. Im Laufe der Lektüre wird es einem immer mehr wie Schuppen von den Augen fallen, wie Facebook, Amazon & Co. einen regelrecht krankmachen und welche perfiden Mechanismen das System regieren, bevor man im vierten Kapitel auch vorsichtig optimistische Ansätze zu lesen bekommt und erfährt, wie man der sogenannten Enshittification entgegentreten und „ein neues, gutes Internet“ aufgebaut werden kann, das dem menschlichen Wohlergehen dient und ihm nicht massiv schadet.



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