
Die Kulisse, in der die Handlung des ganz aktuell im Gmeiner-Verlag erschienenen Krimis „Grün, tot, weiß“ von Niemann und Goerz spielt, lässt einen unverzüglich Urlaubsgefühle verspüren. Dass das Autorenduo nicht nur eine große Liebe zu Deutschlands hohem Norden verspürt, sondern die beiden auch jeweils in Hamburg bzw. nahe der dänischen Grenze leben, schimmert auf vielen Seiten der Landschaftsbeschreibungen durch. Übrigens haben beide Autoren ein bewegtes Leben und werden mindestens genauso spannende Tage erleben wie diese die von ihnen entworfene Krimihandlung verspricht, verfasst doch Eric Niemann nicht nur sehr erfolgreich zahlreiche Hörspiele und Theaterstücke, sondern ist auch Schulleiter einer Hamburger Schule. Anja Goerz ist nicht nur eine erfolgreiche Roman- und Sachbuchautorin, sondern ist zudem Radiomoderatorin bei Radio Bremen. Dafür, dass man unverzüglich in das Inselgefühl eintauchen kann, sorgt auch das Einstreuen von Sätzen im faszinierenden Helgoländischen. Zudem wird auch erwähnt, dass auf ganz Helgoland das Radfahren verboten ist, und man liest viel weiteres Inselspezifisches.

Die Leserschaft bekommt eine lebendige Handlung mit vielen Dialogen geboten. Relativ kurze Sätze und ein spannendes Geschehen sorgen für ein durchgehend großes Lesevergnügen. Das Buch ist in 53 Kapitel unterteilt, so dass es sich auch hervorragend als Gute-Nacht-Lektüre eignet, bei der man jeden Abend noch ein Kapitel von im Durchschnitt etwa 5 -10 Seiten lesen kann. Selbstverständlich hat auch das so inseltypische und köstliche Heißgetränk in Form des Eiergrogs in diesem Werk Einzug gefunden. Im ersten Drittel des Buchs erfährt man zudem auf der Seite 92, woher das Werk seinen Titel erhalten hat. So stellt dieser die optimale Verbindung zwischen dem ermordeten Schriftsteller Christian Gröger und dem gesamten Krimiplot dar, bei dem ein renommierter Autor die so bekannten Helgoländer Hummerklippen runtergestürzt ist. Das Manuskript des neuesten Krimis des nun zu Tode gekommenen Autors trägt nämlich den Namen „grün, weiß, tot“ und nimmt dabei Bezug auf die grün-rot-weiße Flagge von Helgoland.

Darin beschreibt Gröger, wie ein jeder Insulaner zu seinem Profit illegale Absprachen bezüglich geplanter Bauprojekte trifft. Die Leserschaft wird durch das Einstreuen von immer neuen Hinweisen auf die unterschiedlichsten Fährten gelockt und kann herrlich miträtseln, wer der Mörder des so bekannten Krimiautors gewesen sein könnte. Das Buch glänzt durch immer wieder überraschende, unerwartbare Wendungen. Dieser Krimi ist interessant vielschichtig konzipiert und stellt verschiedene Handlungsstränge nebeneinander, die sich gekonnt am Schluss zu einem großen Ganzen fügen.




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