Dahlienknollen von Heidi Niederhauser aus dem Neptun-Verlag

Kann ich ja mit Blumen aller Arten relativ wenig anfangen, gefällt mir die Handlung dieses ganz aktuell im Neptun-Verlag erschienenen Krimis umso besser. Der besondere Reiz dieses Buches liegt in der Verquickung einer wirklich spannenden Handlung mit der Verlegung der Szenerie in das so malerische und beeindruckende Emmental in der Schweiz. Die Autorin Heidi Niderhauser lässt die Gestalt von Lüdi, mit dem die Leserschaft wohl schnell Mitleid bekommt, da er sich mehr recht als schlecht durch das Leben hangelt, die Gunst der Stunde nutzen, als die Tochter des Gärtners, Mareike, welche sich auf die Dahlienzucht spezialisiert hatte, tot im Dahlienfeld aufgefunden wird. Trotz seiner momentanen Dienstsuspendierung ermittelt er auf eigene Faust und gerät dabei in einen immer tieferen Strudel.

Liebevoll gefertigte Schwarz-Weiß-Zeichnungen illustrieren diesen Krimi. Der Plot zeichnet sich durch eine pointierte und an vielen Stellen geist- und witzreiche Erzählweise aus. So muss man z.B. schon auf den ersten Seiten schmunzeln, wenn die Lebenssituation von Lüdi beschrieben wird: „Und als er noch mit dem Eisfischen begann, da gefroren die Herzen endgültig zwischen ihnen.“ (S.10) Neben der Haupthandlung liest man ebenso von erotischen Abenteuern von Lüdis Ehefrau, die es mit der Treue nicht so genau zu nehmen scheint. Insgesamt geht Lüdi fast so vielen Spuren in der Geschichte nach, wie sich aufgrund der Blütenformen die Dahlien in Klassen einteilen lassen. Erst am Ende des ersten Buchfünftels – auf der Seite 36 von etwa insgesamt 170 Seiten) wird die Entdeckung der Leiche geschildert, die „in weißem Kleid mit einem Dahlienkranz im Haar, tot im Dahlienfeld läge.“

Das Buch ist eine große Liebeserklärung an das Emmental, in dem die Autorin auch aufgewachsen ist und so gibt es auch für jede Zugfahrt in die Schweiz oder alle anderen Urlaubsfahrten keine bessere und spannendere Lektüre als diesen ganz neu erschienenen Krimi.

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