Alt genug, um jung zu bleiben – Von der Kunst, unsere Erfüllung zu finden von Dieter Bednarz aus dem Berlin-Verlag

Das Alter ist bekanntlich ja immer eine Frage der Relation. Bereits ein Klassiker ist bei uns seit Jahren die Antwort unserer Kinder, wenn ich diese nach dem geschätzten Alter ihrer jeweiligen Lehrkräfte frage und zur Antwort bekomme: „Die sind schon ziemlich alt.“ Wenn ich dann um eine etwas konkretere Altersangabe bitte, kam bereits vor 15 Jahren von unserer ältesten Tochter die erquickliche Antwort: „Ungefähr so alt wie du.“, bei der ich zunächst schon einmal schlucken musste. Mittlerweile habe ich wohl tatsächlich beinahe ein Alter erreicht, zu dem der Titel des ganz aktuell im Berlin-Verlag erschienenen Buches recht gut passt: „Alt genug, um jung zu bleiben – Von der Kunst, unsere Erfüllung zu finden“. Ist das Streben nach Glück doch bereits in den philosophischen Schulen der Antike ein immer wieder währender Topos, füllt alles rund um das Thema der Longevity und der Kunst, ein erfülltes Leben zu führen, seit einiger Zeit immer mehr Meter in den Buchregalen.

Dabei sticht diese Neuerscheinung sehr wohltuend heraus, wird doch von dem renommierten ehemaligen Spiegelredakteur und sehr erfolgreichem Autor, von dem schon mehrere Romane verfilmt wurden, nicht nur umfangreiches theoretisches Wissen rund um die körperlichen, geistigen und seelischen Prozesse des Alterns zusammengetragen, sondern bekommt die Leserschaft zudem auch eine Vielzahl von Perspektiven aufgezeigt, die sich beim Vorruhestand und der Rente eröffnen. Genauso vielseitig wie Dieter Bednarz seit Jahrzehnten sein Leben Tag für Tag beeindruckend ausfüllt und in fortgeschrittenem Alter sogar noch die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie erfolgreich absolviert hat, ist auch dieses Buch gestaltet, das für Jung und Alt ein ausgesprochen lesenswertes, optimistisches und inspirierendes Lesevergnügen darstellt.

Das Buch ist durchgehend mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen bestückt wie auch dank des so flüssigen und kurzweiligen Schreibstils äußerst packend zu lesen. Es ist so persönlich geschrieben, dass man an vielen Stellen das Gefühl hat, mit dem Autor in einem vertrauensvollen Gespräch am Kaffeetisch zu sitzen, von dem man am liebsten nie mehr aufstehen würde. Und tatsächlich werden nicht nur die älteren Leseinnen und Leser einen großen Nutzen und Lesegewinn aus diesem Werk ziehen können, sondern alle, welche immer wieder ungeachtet all der nichtigen Äußerlichkeiten auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind. Und wenn der Autor bereits auf der Seite 16 den Satz des berühmten Therapeuten Victor E. Frankl zitiert: „Wenn Äußerlichkeiten wie Geld, Macht oder Ruhm unwesentlich werden, wenn Beruf, Erziehung und Familie in den Hintergrund treten, dann rückt die Begegnung mit dem eigenen Selbst näher, bis sie schließlich unausweichlich wird.“, wird man spätestens am Ende dieses Buches das beglückende Gefühl erlangt haben, seinem eigenen Selbst sowie einem ganz individuell erfüllterem Leben ein Stück näher gekommen zu sein.

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