
Ich war relativ schockiert, als mir unsere Physiotherapeutin vor kurzem berichtete, dass es nicht unüblich sei, dass ihr bereits 13-Jährige von ihrem „ersten Mal“ berichteten. Ist gesamtgesellschaftlich mit Sicherheit auch eine säkulare Akzeleration bezüglich der Geschlechtsreife zu bemerken, ist es nur folgerichtig, dass es bereits in der vierten Klasse an der Grundschule Projektwochen rund um den Körper und die Sexualität gibt. Glücklicherweise wird in den meisten Elternhäusern mittlerweile sehr offen auch über diese Themen gesprochen. Nun hat die promovierte Pädagogin und Bestsellerautorin Eliane Retz im Piper-Verlag das höchst lesenswerte Buch „Let’s talk about it – Mit Kindern über Körper, Sexualität und schützende Grenzen sprechen“ herausgegeben.

Auf über 200 Seiten zeigt die Münchnerin sehr eindrucksvoll, dass für eine gelungene Aufklärung nicht das eine große, arrangierte Setting hilfreich oder vonnöten ist, sondern bestärkt alle Eltern, mit ihren Kindern stets in einem guten Vertrauensverhältnis und in einer nie abreißenden Kommunikationsbereitschaft zu bleiben, so dass sich die Kinder bei allen auftretenden Fragen jederzeit vertrauensvoll an die Eltern wenden können. Der Autorin gelingt der Spagat zwischen der Präsentation von wissenschaftlichen Ergebnissen und dem Anbieten von ganz praktischen, sehr lebensnahen Ratschlägen ausgesprochen gut.

Und so können sich die Eltern sowohl sehr über zahlreiche, ganz konkrete Gesprächsimpulse als auch über viele entwicklungspsychologische sowie neurowissenschaftliche Erkenntnisse freuen. Dieses Werk bietet umfassende Hilfestellungen an, sei es, wie man die Kinder am besten vor Essstörungen schützt oder auch wie man diese am besten vor sexualisierter Gewalt bewahrt und vieles mehr.




Schreibe einen Kommentar