
Reisen seit Jahren tendenziell immer weniger Leute per Anhalter durch die Gegend, erscheint wohl die Karibik als völlig unwirkliche Destination für diese Art von Fortbewegung. Um so erstaunlicher ist es, dass der Berliner Autor Carl Beccard bereits mit 14 Jahren den starken Wunsch verspürt hatte, nach der Beendigung der Schule um die Welt zu reisen, und zwar mit möglichst wenig Geld und so viel Abenteuern wie möglich. Dabei galt ihm bereits als Teenager als großes Vorbild ein Abenteurer, der mit sehr wenig Geld per Anhalter von den Kanaren in die Karibik gesegelt ist. Tatsächlich hat er es trotz vieler zu bewältigender Herausforderungen, welche ihn öfters fast an seinem großen Lebenstraum scheitern ließen, geschafft, innerhalb von drei Jahren von Berlin aus über Lyon, Barcelona und Lissabon auf dem Atlantik bis zu den ABC-Inseln und Peru sowie zahlreichen weiteren Sehnsuchtszielen zu kommen.

Dieser Erfahrungs- und Reisebericht zeichnet sowohl eindrucksvoll die Entwicklung von einem Teenager zu einem äußerst welterfahrenen jungen Mann nach als auch die verschiedensten Stationen seiner dreijährigen Reise mit all ihren Stolpersteinen und ganz besonderen Highlights. In der Mite des Werkes lassen zahlreiche Fotos die beschriebene Reise der Leserschaft sehr lebendig und bildhaft vor dem geistigen Auge erscheinen. Dank dieses Buches lernt man gleichzeitig die Besonderheiten von zahlreichen Ländern, in welche wohl die wenigsten in ihrem Leben einmal persönlich kommen werden, wie z.B. auch Kolumbien und Ecuador von einer ganz besonderen Seite kennen als auch die einzigartigen nautischen Herausforderungen und Spezialitäten auf diesen vielen Seemeilen quer durch den Atlantik.

Selbstverständlich wird das Buch auch durch die Darstellung vieler zwischenmenschlicher Begegnungen auf verschiedenste Weise bereichert. Witzigerweise ist übrigens relativ zeitgleich mit diesem Memoir das Buch „Tausche Büro gegen Boot“ im selben Verlag erschienen, das von Jens Brambusch verfasst wurde, der in diesem Buch nicht nur als Co-Autor fungiert hat, sondern auch „Carlito“ von Las Palmas in die Karibik auf seiner Dilly-Dally als geschätztes Crewmitglied mitsegeln ließ. Seitdem sind die beiden Männer und passionierte Segler durch eine enge Freundschaft tief miteinander verbunden.



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