
Dass man für Reisen und Abenteuer nie zu alt ist, beweist dieser ganz aktuell im DuMont-Verlag erschienene, sehr ansprechend bebilderte Reisebericht einer beeindruckenden Frau, die sich in einem Alter, in dem viele ihrer Altersgenossinnen und -genossen oftmals nur noch organisierte Reisen oder Urlaube innerhalb von Deutschland oder maximal von Europa bevorzugen, zu einer sehr außergewöhnlichen Reise aufmachte. Und so wagte sie sich mit 64 Jahren zum ersten Mal in ihrem Leben auf ein Motorrad, um mit diesem von ihrem Wohnort in Nordhessen zu einer Reisedestination auszubrechen, von welcher sie bereits lange träumte, nämlich dem Pamir Highway in Zentralasien. Unglaubliche 117 Tage war sie allein unterwegs und bereiste stolze 18 Länder. Unfassbare 18000 Kilometer legte sie dabei insgesamt zurück. Selbstverständlich blieben kleinere und größere Missgeschicke und Unglücksfälle nicht aus.

Dieser Bericht zeugt von der so großen Willenskraft und Abenteuerlust von Margot Flügel-Anhalt, die nicht nur höchst mutig ist, sondern mit diesem spannenden Bericht in Zusammenarbeit mit dem versierten Journalisten Titus Arnu zudem auch ihr großes Erzähltalent unter Beweis gestellt hat. Als Sozialpädagogin im öffentlichen Dienst hatte sie ein geregeltes Berufsleben und ist zudem bestens in ihren Wohnort, auch durch zahlreiche Aufgaben im Ehrenamt, verwurzelt. Bereits während ihrer Berufstätigkeit als kommunale Frauenbeauftragte sammelte sie Erfahrungen mit längeren Urlaubsreisen weit weg vom Pauschaltourismus in Form von Fernwanderungen in Europa, sei es auf dem Jakobsweg nach Spanien oder auch auf dem E 3 in Richtung Istanbul. Das ganz große Abenteuer, allein schon zeitlichen und beruflichen Verpflichtungen geschuldet, musste allerdings bis auf die Pensionierung warten.

Während der Lektüre kann man nicht anders als immer wieder höchst anerkennend ihre Leistungen zu würdigen und in sein eigenes Leben die Erkenntnis zu übertragen, dass es für jedes Problem auch eine Lösung gibt, auch wenn man sich teilweise dafür etwas gedulden oder um die Ecke denken muss. Der Reisebericht liest sich durchgehend höchst spannend und ist zudem sehr ansprechend durch unterschiedlichste Fotos , welche während der so abenteuerlichen Reise entstanden sind, bebildert.




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