
Dies ist bereits der fünfte Band der sehr erfolgreichen „Donaumelodien“-Reihe, welcher nun ganz aktuell im Gmeiner-Verlag erschienen ist. Der Autor Bastian Zach, welcher schon mit dem ersten Band dieser Reihe mit dem Titel „Praterblut“ für den Leo-Perutz-Preis nominiert wurde, lässt nun auch im fünften Fall den Geisterfotograf Hieronymus Holstein in einem Mordfall ermitteln, welcher wohl bei weitem von Beginn an nicht nur die volle Aufmerksamkeit aller Lateinlehrerinnen und -Lehrer auf sich ziehen wird. So ist die Krimigeschichte im historischen Wien von 1879 angesiedelt und die Leserschaft erfährt gleich zu Beginn des Plots von einem makabren Fund vor der Polizeidirektion. Dort ist nämlich ein abgetrennter Kopf mit einer lateinischen Botschaft entdeckt worden.

Dieses Werk enthält nicht nur eine weitere fesselnde Krimigeschichte, sondern auch viel historisches Wissen rund um das Elend der Wiener Fabrikarbeiter sowie den Konsequenzen aus dem Revolutionsjahr 1848. Dem Autor gelingt es brillant, die großen Antipoden in Form des von langer Hand geplanten prunkvollen Umzugs anlässlich der Silberhochzeit des Kaiserpaars und des drohenden Katastrophenszenarios in Form einer Verschwörung, die ganz Wien zu zerstören droht, gegenüberzustellen. Der österreichische Schriftsteller vermag es hervorragend, ein so genaues Bild von allen beschriebenen Örtlichkeiten, aber auch den dargestellten Protagonisten nachzuzeichnen, so dass unverzüglich zahlreiche, ausgeschmückte Szenen vor dem geistigen Auge der Leserschaft erscheinen. Und so fühlt man sich automatisch in eine vollkommen fremde Zeit zurückversetzt, in welcher noch die Monarchie als Regierungsform bestand und in der es anstelle von Autos Fiaker bzw. Kutschen als Fortbewegungsmittel gab. Waschmaschinen oder irgendwelche digitalen Medien waren damals selbstverständlich genauso inexistent, wie es sogar noch nicht einmal eine Form des elektrischen Stroms für Privathaushalte gab.

Selbstverständlich dürfen auch in dem fünften Band amouröse Abenteuer ebenso wenig fehlen wie vielschichtige Handlungsstränge, die sich im Laufe des Romans sehr stimmig zu einem großen Ganzen zusammenfügen.




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