
Bereits der Untertitel dieses ganz aktuell im Kremayr&Scheriau-Verlag Verlag erschienenen Buchs „Giovanni, du stinkst – Tod am See – Sinovats ermittelt“ zeigt an, dass es sich hier nicht um einen weiteren klassischen Krimi handelt, sondern vielmehr um einen „Anti-Krimi“. Dennoch ereignet sich auch in diesem Buch an einem kleinen, idyllischen Badesee ein merkwürdiger Badeunfall, den der Abteilungsinspektor Giovanni Sinovats aufklären soll. Dabei bringt er das gesamte Gefüge der nur vordergründig harmonisch und einträchtig wirkenden Dorfgemeinschaft auseinander und es ereignen sich währen der Ermittlungen weitere kleinere und größere Dramen. Etwas befremdlich sorgt die Mutter von Sinovats durch ihre Italienbegeisterung immer wieder für neue Verwirrungen und treibt dabei gerade auch ihren eigenen Sohn in regelmäßigen Abständen zur Verzweiflung.

Der gebürtige Wiener Autor Christian Klinger vermag es mit großem Schmäh Geschichten auf mehreren Ebenen zu entwickeln, die sowohl ein sehr exaktes Bild der einzelnen, präsentierten Charaktere nachzeichnen als auch höchst spannend und unterhaltsam die Leserschaft unterhalten. Die Kapitel sind sehr unprätentiös mit den ausgeschriebenen Zahlen von Eins bis Achtundzwanzig betitelt. Und eines Antikrimis würdig darf sich die Leserschaft nach einer ersten, winzig kleinen Andeutung auf einen „Sündenfall“ im „Paradies“ zunächst ausgiebig dem voyeuristischen Vergnügen hingeben, wenn der Autor höchst detailliert und umfassend die Bewohner rund um den in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts angelegten Badesees mit all ihren Eigenheiten vorstellt.

Christian Klinger lässt tief in die Abgründe der „Paradies“-Dorfgemeinschaft blicken, welche einen an vielen Stellen mal aufgrund der genialen Beschreibung absoluter Banalitäten, mal aufgrund der Darstellung absonderlicher menschlicher Verhaltensweise immer wieder erschaudern lässt. So freuen wir uns schon auf eine Fortsetzung…



Schreibe einen Kommentar