
Das Buchcover dieses ganz aktuell im Gmeiner-Verlag erschienenen Krimis erinnert mich ein wenig an die (in meinen Augen mittlerweile schon ziemlich ausgelutschten) Eberhoferkrimis von Rita Falk. Umso erfreulicher ist es, dass das Krimigeschehen, das die passionierte Autorin und Schwäbin mit bajuwarischen Wurzeln in dem „Knödelmord im Sperrbezirk“ entwirft, nicht nur mir als Münchnerin gleich ausgesprochen von der Lokalität sympathisch ist, sondern dass die Handlung äußerst flüssig und leicht zu lesen ist. Die Autorin lässt einen ungewöhnlichen Charakter in Form des Bestatters Konstantin Schwarz ungeahnte Veränderungen im Leben erfahren, wie eine völlig unverhoffte Erbschaft eines stattlichen Hauses oder auch ein Hals-über-Kopf-Verlieben in eine als Rotkäppchen verkleidete Dame auf einem Faschingsball in München, bei dem ein plötzlicher Todesfall alles überschattet.

Zu der Toten in Form seiner Psychologin, Frau Dr. Schuhmann, hatte der Bestatter nicht nur als Patient ein enges Verhältnis, sondern wurde nun auch ganz überraschen als Alleinerbe von ihr auserkoren. Nach einem weiteren Todesfall nimmt der Bestatter Konstantin Schwarz zusammen mit seinem besten Freund Leichen-Franz sowie dem Rechtsanwalt Professor Hackspiel die Ermittlungen auf, welche diese aufgrund eines spannenden Cold Case sogar auf Spuren bis nach Schottland führt. Der Krimi wird aus der Sicht von Konstantin Schwarz in der Ich-Perspektive erzählt und bietet der Leserschaft aufgrund der Beschreibung vieler skurriler Situationen immer wieder zahlreiche Anlässe zum Schmunzeln.

Der Krimi hält eine wunderbare Mischung aus einer Liebesgeschichte, dem Miterleben eines nicht ganz gewöhnlichen Mehrgenerationenhaushaltes in einer Patchworkversion und spannender Ermittlungsfälle bereit. Der Ich-Erzähler wohnt in einem Mehrgenerationen- und Mehrfamilienhaus zusammen mit seiner Mutter und deren Lebensgefährten, seiner Schwester und seinem elfjährigen Sohn (zumindest phasenweise, während dessen Zwillingsschwester unter der Woche nicht beim Vater übernachten mag) Alle Münchenfans wird es zudem begeistern, von einzelnen, sehr bekannten Lokalitäten wie dem Hofbräuhaus, dem Hirschgarten und weiteren typischen Münchner Institutionen und Plätzen zu lesen. Oft präsentiert die Autorin skurrile Momente, wenn der Bestatter z.B. die Stimme seiner verstorbenen Großtante immer wieder hört und darauf laut antwortet. Die schlagkräftigen Dialoge sind häufig im Münchner Dialekt gehalten, so dass man sofort voll und ganz in dieses liebenswerte Millionendorf eintauchen darf. Immer wieder kann sich die Leserschaft zudem an überraschenden Pointen und Wendungen erfreuen. Außerdem hat die Autorin viele kreative Einfälle realisiert, so z.B. auch, dass die Tote eine Zwillingsschwester hatte, die jedoch seit einem knappen halben Jahrhundert wie vom Erdboden verschluckt war und man mit größter Spannung verfolgt, ob auch dieser Fall noch gelöst werden kann.



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