
Aurora borealis – das ist der Terminus technicus für die im Volksmund bezeichneten Polarlichter, deren Liveanblick mir leider bisher in meinem jetzigen Leben verwehrt worden ist. Es tut mir immer noch sehr leid, liebe Bettina, dass du dir eine langwierige Erkältung eingefangen hast, nur weil ich unbedingt an einem kalten Abend im Römerkastell von Abusina ganz in der Nähe von Bad Gögging die überall angekündigten Polarlichter bestaunen wollte…Und von den Polarlichtern, welche im vergangenen Monat sogar bei uns im Wohnort kurz vor Mitternacht spektakulär aufgetreten sind, bekam ich leider Gottes erst am nächsten Tag durch die zahlreichen Statusmitteilungen der Freundinnen und Freunde mit, ist es mir doch leider aufgrund der extrem komplizierten Fuß-OP seit Monaten unmöglich, noch mit dem Hund die nächtliche Gassirunde zu drehen…

Umso mehr freue ich mich über diesen im Gmeiner-Verlag ganz aktuell erschienenen Krimi „Polarblut -tödliches Leuchten“ von Tuva Brø, die quasi bereits aufgrund ihres Namens für das Schreiben eines solchen Nordlandkrimis prädestiniert zu sein scheint. Die Liebe zu dem so facettenreichen Norwegen, welche die Autorin bereits während des Studiums ergriffen und seitdem nie mehr losgelassen hat, ist auf jeder einzelnen Seite zu spüren. Und so kann die Leserschaft mitfiebern, wenn in Tromsø nach dem Fund eines grausam ermordeten Tourismusunternehmers kurz darauf bereits ein zweiter Mord geschieht, just in einer Nacht, in welcher ich aufgrund der intensiv leuchtenden Polarlichter am Himmel sicher frohlockt hätte. Und selbige scheinen auch nach den ersten Ermittlungen das einzige zu sein, welches diese zwei unterschiedlichen Taten miteinander vereint.
In genau 100 relativ kurzen Kapiteln verfolgt man gespannt, ob es dem Ermittlerduo Anta Thorsen und Hans Vigeland gelingen wird, diese beiden undurchsichtigen und höchst grausamen Mordfälle aufzuklären. Genauso unkonventionell wie dieser Krimi im Prolog beginnt, setzt sich die höchst fesselnde Schreibweise der Autorin weiter. Der Autorin gelingt es bestens, atmosphärisch sehr dichte Bilder mit genau treffenden Worten nachzuzeichnen. Ebenso erschafft sie spannende Situationen, welche die Handlung stets zielführend weitertreiben und auch durch fesselnde Dialoge komplettiert werden.




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