
Bei diesem ganz aktuell im Gmeiner-Verlag erschienenem Krimi steht die Schönheit des so malerischen und berühmten Ortes in Form der blühenden Gärten Grimaldis im krassen Gegensatz zu dem Fall, bei dem Commissario Gallo sehr schnell erkenn muss, dass es sich bei der angespülten Leiche um einen alten Freund und früheren Kollegen von ihm handelt. Die beiden Autoren Meier und Gruber vereint nicht nur eine verblüffende physiognomische Ähnlichkeit und zumindest ein teilweiser identischer Wohnort in Form von München, sondern auch eine geniale Schreibkompetenz und die Fähigkeit, den jeweiligen Plot geschickt voranzutreiben, der immer wieder neue, verblüffende Wendungen nimmt. Dabei profitieren die beiden Autoren mit Sicherheit von ihrem großen Erfahrungsschatz, hat doch der eine neben seiner Arbeit als Hotelmanager bereits mehrere Sachbücher, Thriller und Krimis verfasst, während der andere nach seinem Studium der Filmwissenschaften sich am liebsten dem Schreiben von fiktionaler Literatur und dem Drehbuchschreiben widmet.

Dies ist bereits der vierte Band, in dem Commissario Gallo seine Ermittlungsfähigkeiten unter Beweis stellt. Die Handlung ist jahreszeitlich ausgesprochen passend in die Osterzeit verlegt an pittoreske Orte und Landschaften von Ligurien, zu denen man am liebsten sofort aufbrechen würde. Ein Krimi, der viel italienisches Lebensgefühl vermittelt, was immer auch wieder durch das Einstreuen italienischer Ausdrücke wie „Pasquetta, Angioletti, settimana santa oder auch per sempre e solo te“ verstärkt wird. Zu Beginn erscheint es vielleicht etwas verwirrend, wenn doch einige Zeit-, Orts- und Personensprünge präsentiert werden, aber man wird sich schnell hineinfinden. Genauso vielseitig wie sich die ligurischen Orte in ihrer Vielfalt zeigen, ist auch diese Krimigeschichte äußerst facettenreich und vielschichtig konzipiert. So ist man bei jedem einzelnen Handlungsstrang sehr gespannt, wie es z.B. mit dem angesehenen Chirurgen, der ein Jahrhundert vorher gelebt hat, oder aber auch dubiosen und furchterregenden Männern, die illegalen Organgeschäften nachzugehen scheinen, weitergeht. Ein interessanter literarischer Kunstgriff besteht darin, dass man immer wieder in Form von Tagebucheinträgen im Laufe des Buches stets mehr über den berühmten Doktor Serge Voronoff erfährt. Übrigens stellt dieser Voronoff eine absolut reale Figur dar, die dem heutigen château Grimaldi seinen früheren Namen in Form der „Villa Voronoff“ gegeben hat. Den Autoren ist es hervorragend gelungen, einen Krimi rund um diese schillernde reale Persönlichkeit zu entwickeln. Ich finde als große Italien- und Italienischliebhaberin zudem auch den Link zu der angegebenen italienischsprachigen Seite äußerst interessant, auf der man detailliert nachlesen kann, wie Voronoff bereits vor über 100 Jahren „il sogno dell’eterna giovinezza“, dem Traum der ewigen Jugend, nachging, was mittlerweile überall mit der Bezeichnung der longevity herumgeistert.

Genauso facettenreich wie sich das kleine typisch ligurische Dorf Grimaldi präsentiert, von dem man sogar seinen Blick über die Landesgrenze hinweg auf die Bucht von Menton und Monte Carlo bis nach Cannes schweifen lassen kann, präsentiert sich auch die spannende Krimihandlung, der ein ganz besonderer Reiz innewohnt, indem eine reale, historische Persönlichkeit, die des Doktors Serge Voronoff, das Zentrum des vierten Krimibandes darstellt, in dem das Autorenduo Commissario Gallo ermitteln lässt. Die vielschichtige Story, bei der man sowohl auch einiges über die aktuelle Flüchtlingsproblematik in der Nähe der französischen Grenze als auch immer mehr aus der bewegten Vita des Ausnahmearztes erfährt, beinhaltet außerdem auch noch amouröse Abenteuer sowie die spannenden Ermittlungen rund um den grausamen Mord an dem Freund von Commissario Gallo.




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