
War es für die meisten Deutschen und Österreicher sowie zahlreiche andere Europäer viele Jahre eine Selbstverständlichkeit in Frieden zu leben, änderte sich dies spätestens seit dem Ukrainekrieg vor vier Jahren massiv. Rüstungsaktien erreichen ungeahnte Hochs, es wird intensiv über eine Wehrdienstpflicht diskutiert und viele spüren auch in Deutschland oder Österreich eine mehr oder minder diffuse Bedrohungslage. Nun ist im Molden-Verlag ganz aktuell das Buch „Überfall – wenn der Krieg zu uns kommt“ von Franz-Stefan Gady erschienen. In diesem außergewöhnlichen Werk lässt der Militäranalytiker ein beängstigendes Szenario entstehen, wenn er von einem Krieg erzählt, der mitten nach Österreich kommt.

Dabei ist die Wahl von Österreich auch hinsichtlich der Tatsache seiner Neutralität sehr interessant. Der gebürtige Steirer Franz-Stefan Gady ist auf seinem Gebiet eine absolute Koryphäe, dem es auch in diesem Werk hervorragend gelingt, komplizierte Sachverhalte für den Laien verständlich darzustellen. Obwohl der führende Militäranalyst erst 44 Jahre alt ist, durchlief er bereits eine beeindruckende Karriere und bereist als Adjunct Senior Fellow auch regelmäßig die Front in der Ukraine. Und so wirken die Ausführungen des Autors mehr als glaubwürdig und das Urteil nachvollziehbar, wie enorm wichtig es ist, eine leistungsstarke militärische Landesverteidigung zu haben. Dabei zieht sich die Überzeugung, welche man bereits auf der Set 9 sehr deutlich liest: „Ich halte auch nix (sic!) vom Krieg, aber was von österreichischen Soldaten.“ wie ein roter Faden durch das gesamte Werk.

Dies überzeugt durch eine hohe Stringenz, Vielfältigkeit und Klarheit und gleitet an keiner Stelle auch nur im Entferntesten ins Reißerische ab. In dem Buch werden ausführlich zwei Szenarien und zwei Analyseteile präsentiert, welche aus einem militärischen Planspiel entwachsen sind, an dem der österreichische Militäranalytiker im vergangenen Jahr teilgenommen hat. Auch wenn man sich bis jetzt kaum für militärstrategische Gesamtzusammenhänge interessiert hat, wird einen dieses Buch unverzüglich in seinen Bann ziehen und danach einen auf vieles aus einer veränderten Perspektive blicken lassen. Insgesamt bleibt nur inständig zu hoffen, dass der Ernstfall nie eintreten wird und dass ein Großteil der Leserschaft nach der Lektüre viel von der diffusen Bedrohungsangst verliert, indem es sich bewusst wird, wie man auch militärisch mit einer potenziellen Bedrohung m besten umgehen kann.




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